Drei Fragen an … Hartmut Freise: „Deutschland braucht eine stabile bürgerliche Mitte“ (#200in365, No.47)

Hartmut Freise ist Vorsitzender der Mindener
FDP. MT- Foto: Benjamin Piel

Die FDP ist die Partei der Apotheker und Hoteliers? Wer den Mindener FDP-Chef Hartmut Freise ein bisschen ärgern will, stellt ihm diese Frage. Das Stadtratsmitglied meint, dass seine Partei mehr kann als Lobbypolitik für Besserverdienende.

Wie gut aufgestellt ist eine Partei, deren Wiedererkennungswert in erster Linie das Gesicht ihres Vorsitzenden ist?

Die FDP ist in einem guten Zustand, auch wenn sicherlich noch ein paar Köpfe fehlen. Es war richtig, dass wir 2013 aus dem Bundestag geflogen sind, denn eine Erneuerung der Partei war dringend notwendig. Parteivorsitzender Christian Lindner sorgt dafür, dass die FDP inzwischen sehr viel besser auch bei den Jüngeren ankommt. Dafür spricht, dass in unseren Kreisverband im vergangenen Jahr eine zweistellige Zahl von Menschen eingetreten ist, die im Durchschnitt knapp älter als 40 Jahre alt waren.

Waren das auch andere als Apotheker und Hoteliers?

Dafür steht die FDP längst nicht mehr. Das Erstarken der AfD und der zunehmende Niedergang der beiden großen Volksparteien ist eine gefährliche Entwicklung. Was Deutschland in dieser Situation braucht, ist eine stabile bürgerliche Mitte. Die FDP ist die Partei des Mittelstands und dazu gehört aus meiner Sicht jeder, der arbeitet und das Beste für sich und seine Familie erreichen will.

Welche Ziele hat die FDP für Minden?

Wir wollen Familien durch wertorientierte, aber nicht fortschrittsscheue Schulen fördern. Dass Schulen sich von der Politik im Stich gelassen fühlen, darf nicht sein. Für die Wirtschaft müssen wir die Standortattraktivität erhöhen. Außerdem brauchen wir Ordnung und Sicherheit in der Stadt und dass Schulen und Straßen einen gewaltigen Nachholbedarf haben, kann kein Dauerzustand sein.

Von Benjamin Piel, Chefredakteur