In Deutschland lesen 62,7 Millionen Menschen regelmäßig Zeitung: Reichweite steigt auf 89 Prozent

Die Gesamtreichweite der Zeitungen steigt weiter an: Neun von zehn Deutschen über 14 Jahren (89 Prozent) nutzen regelmäßig die gedruckten und digitalen Angebote der Zeitungen. Während die Printtitel von 59,7 Prozent beziehungsweise 42 Millionen Menschen gelesen werden, nutzen 67,1 Prozent (47,2 Millionen) das Digitalangebot.

Zusammen erreichen die Zeitungsmarken mit ihren gedruckten Blättern (Leser pro Ausgabe, LpA) und Digitalauftritten (Nutzer pro Monat, NpM) 89 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. Das zeigt eine Sonderauswertung der ZMG Zeitungsmarktforschung Gesellschaft aus der Markt-Media-Studie best for planning (b4p 2018 I).

„Der Blick auf die Gesamtnutzung der Zeitungen unterstreicht einmal mehr ihre starke Stellung. Die enorme Reichweite bestätigt, dass die Zeitungsmarken auf allen Kanälen als verlässliche Informationsquelle gefragt und etabliert sind. Gerade die steigende Zeitungsnutzung über Desktop, Mobile und Apps zeigt, wie gut die Zeitungen mit ihrer breiten Angebotspalette auch neue Nutzungsgewohnheiten bedienen“, kommentiert Katrin Tischer, Geschäftsführerin Märkte beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die Ergebnisse.

Für die Berechnung der Netto-Reichweite zählt die ZMG jeden Leser nur einmal, egal wie oft oder über welchen Kanal er die Zeitung genutzt hat. Tatsächlich kombiniert die Mehrzahl der Leser inzwischen die gedruckte mit der digitalen Lektüre: Bundesweit haben die ausgewerteten Zeitungen 43 Prozent Nutzer, die sowohl eine gedruckte als auch eine Digitalausgabe lesen. 33 Prozent lesen ausschließlich digital, 24 Prozent nur gedruckt.

88,7 Prozent Reichweite bei den jungen Lesern

Mit der Nettoreichweite aus Print und Digital gewinnen die Zeitungen gegenüber der reinen Printreichweite 29,3 Prozentpunkte. Das sind 20,7 Millionen zusätzliche Nutzer pro Monat. Dieses Reichweiten-Plus gilt für alle Zielgruppen, ist aber besonders signifikant bei den Jugendlichen. 88,7 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind Zeitungsleser – und zwar bevorzugt via Smartphone. Bei der jüngsten Zielgruppe gewinnen die Zeitungen mit ihren Digitalauftritten monatlich 7,9 Millionen Nutzer. Das entspricht einer Zunahme um 153 Prozent gegenüber der Printreichweite.

Quelle: BDZV

Die Gewinner des Fotowettbewerbs „Blende 2018“ stehen fest. Überzeugt haben dieses Jahr vor allem Hobbyfotografen, die einen Blick fürs Außergewöhnliche haben

“Glühende Pilze”: Mit diesem Foto landet Karsten Simon auf Platz 1 der Blende. (© Foto: Karsten Simon)

Für ein gutes Foto quält sich Karsten Simon auch mal vor Sonnenaufgang aus dem Bett. Dann fährt er hoch zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal oder auch zum Hermannsdenkmal nach Detmold. Für das Gewinnerbild (Seite 1) des diesjährigen Fotowettbewerbs „Blende 2018“ musste der 46-Jährige jedoch nicht schon im Dunkeln los. Es entstand direkt in seinem Garten.

Die „Glühenden Pilze“ – so der selbstgewählte Titel des Fotos – stachen ihm direkt ins Auge. Sein Smartphone hielt er extra tief und fing so den Moment stimmungsvoll ein. Das Licht, der Bildaufbau und die interessanter Perspektive überzeugte die MT-Jury, bestehend aus Herausgeber Christoph Pepper, den Fotografen Alex Lehn (MT) und Boris Roessler (Deutsche Presse-Agentur) sowie Digital-Redakteurin Nadine Schwan.

Der Farn hat es ihm angetan: Hobbyfotograf André Eichhoff erinnert er an Neuseeland. (© Foto: André Eichloff)

415 Bilder wurden der Redaktion dieses Jahr für den Fotowettbewerb „Blende“, den das MT mit Prophoto (Gesellschaft zur Förderung von Fotografie und Videografie) ausgeschrieben hat, eingereicht. Dabei gab es zwei Kategorien: „Welt der kleinen Dinge“ und „Das bewegt mich“ für Hobbyfotografen bis 18 Jahre.

Den zweiten Platz in der Kategorie „Welt der kleinen Dinge“ belegt André Eichloff aus Minden. Der 50-Jährige ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf und hat den Sieg seiner Ehefrau Tanja zu verdanken. „Sie hat mich überredet mitzumachen“, sagt er. Eigentlich seien sogenannte HDR-Fotos (Bilder mit hohen Kontrasten) seine Spezialität mit seinem Foto „Farn Lebt!“ beweist Eichloff, dass er aber auch anders kann. Der Blick fürs Außergewöhnliche hat der Jury hier besonders gefallen. „Der Farn hat es mir einfach angetan, er erinnert mich an Neuseeland. Dort war der Farn riesig“, sagt der 50-Jährige. Entstanden ist das Foto aber nicht auf der Insel, sondern bei einem Besuch in einem Botanischen Garten in Dortmund.

Klare Linien: „Unterwegs in Hamburg“ landet auf dem ersten Platz im Jugendwettbewerb. (© Foto: Levin Sackhoff)

Anja Gallathe hat die Jury mit ihrem Maikäfer-Bild überzeugt und landet auf Platz drei. Den kleinen Kerl hat sie gut in Szene gesetzt und sich dabei aufs Wesentliche konzentriert. „Der Maikäfer saß ganz lange in unserem Garten auf dem Zaun und ließ sich die Flügel von der Sonne trocknen“, sagt die 47-jährige Mindenerin, die besonders gerne Fotos von Tieren, Landschaften und ihren vier Kindern macht.

Das Foto „Fokus auf das Ziel…“ entstand in Oschersleben. Foto: Gina Maria Tarrach (© Copyright: www.motor-sport-fotos.com)

Im Jugendwettbewerb mit dem Motto „Das bewegt mich“ hat Levin Sackhoff die Nase vorn. Mit seinem Foto „Unterwegs in Hamburg“ belegt er den ersten Platz. Vor allem technisch ist das Bild gut umgesetzt, aber auchder Blickwinkel stimmt, so das Urteil der Jury. Aufgenommen hat es der 15-jährige Petershäger bei einer Städtetour in Hamburg. „Wir sind viel U-Bahn gefahren und ich habe mir beim Warten die Zeit mit fotografieren vertrieben“, sagt er. Levin Sackhoff ist in der Region übrigens kein Unbekannter. Das MT berichtete schon mehrfach über den Nachwuchsfotografen und auch der WDR besuchte den Schüler bereits.

Die ungewöhnliche Kombination hat überzeugt: Hochwasser bei Nacht. (© Foto: Linus Böttjer)

Auf Platz zwei landet dieses Jahr Linus Böttjer aus Minden mit seinem Foto „Hochwasser an der Weser“. Der 18-Jährige nahm das Bild in einer kalten Januar-Nacht auf. Er war gerade mit einem Freund unterwegs und hatte seine Kamera dabei. Seit vier Jahren fotografiert der angehende Landschaftsgärtner schon – besonders gerne Stillleben und Natur.

Gina Maria Tarrach belegt mit ihrem Foto „Fokus auf das Ziel…“ Platz drei. Ihr Foto entstand bei einem Rennen der Formel 4 in Oschersleben. „Mein Vater macht auch Motorsportfotos und ich bin von klein auf dabei“, sagt die 17-Jährige. Mit ihrem Foto will sie den Moment der Anspannung zeigen, die Aufregung vor dem Start. „Der Blick in den Augen des Fahrers passt zur Stimmung“, sagt sie. Das, und auch der Bildschnitt haben der Jury gefallen.

Schau mir in die Augen: Der Maikäfer hat sich beim Sonnenbad fotografieren lassen. (© Foto: Anja Gallathe)

Übrigens: Auch wenn das MT jetzt die Gewinner bekannt gegeben hat, ganz vorbei ist der Wettbewerb noch nicht: Die besten drei Bilder aus der Kategorie „Welt der kleinen Dinge“ und alle Fotos aus dem Jugendwettbewerb gehen in die bundesweite Endausscheidung und haben die Chance, dort erneut prämiert zu werden.

Die Gewinner

Thema: Welt der kleinen Dinge

1. Karsten Simon (46) aus Minden mit „Glühende Pilze“

2. André Eichloff (50) aus Minden mit „Farn Lebt!“

3. Anja Gallathe (47) aus Minden mit „Endlich Mai!“

Thema: Das bewegt mich

1. Levin Sackhoff (15) aus Petershagen mit „Unterwegs in Hamburg“

2. Linus Böttjer (18) aus Minden mit „Hochwasser an der Weser“

3. Gina Maria Tarrach (17) aus Petershagen mit „Fokus auf das Ziel…“

Mehr zum Thema Fotowettbewerb Blende finden Sie auf MT.de

Von Nadine Schwan, Ressort Digitale Inhalte

Botenfest: Zusteller des Mindener Tageblatts sind Nacht für Nacht unterwegs

Nacht für Nacht – außer sonntags, wenn kein MT erscheint – sind rund 320 Zeitungszusteller aktiv, um das MT zu den Lesern zu bringen. Ihr Engagement würdigte der Verlag beim Botenfest. Foto: Kerstin Rickert

Sechs Nächte in der Woche sind sie unterwegs, egal ob es draußen stürmt, regnet oder schneit. Für die meisten beginnt der Tag bereits, wenn er für andere gerade erst zu Ende geht. Nacht für Nacht – außer sonntags, wenn kein MT erscheint – sind rund 320 Zeitungszusteller aktiv, um das MT zu den Lesern zu bringen. Sie sind das letzte und somit ein ganz wichtiges Glied in der Kette der Zeitungsproduktion. Beim traditionellen Botenfest der MT-Zusteller wurde das besonders gewürdigt.

Mal eben spontan über ein Wochenende wegzufahren, ist für sie nicht drin. „Feiern gehe ich höchstens mal an einem Samstag“, sagt eine MT-Zustellerin. „Oder man macht die Nacht gleich ganz durch.“ Sich für eine Stunde hinzulegen, sei „tödlich, dann kommt man nicht mehr hoch.“ Um drei Uhr morgens steht sie auf, zehn Minuten später werden die rund einhundert Zeitungen für ihren Zustellbezirk bei ihr angeliefert, dazu Beilagen und Prospekte und die Briefpost der Citypost, die die MT-Zusteller ebenfalls zu den Empfängern bringen. Mittwochs kommt noch der Weserspucker hinzu, samstags der Willem.

Vier bis fünf Runden dreht sie dann durch ihren Bezirk, der direkt bei ihr vor der Haustür liegt. In maximal zweieinhalb Stunden ist alles erledigt: die Prospekte sind dem MT beigelegt und die Zeitungen bei den Abonnenten im Briefkasten, die Post ist nach Empfängern sortiert und zugestellt. „Bei einem Bezirk ist das alles noch gut machbar“, sagt die Frau, die erst jahrelang immer dann zur Stelle war, wenn andere ausfielen. Inzwischen gehört sie fest zum Team.

Als sogenannte Springerin arbeitet Edith Fichtl seit mittlerweile acht Jahren im Raum Porta Westfalica. Im Einsatz ist sie seitdem ständig für bis zu sechs Stunden und 450 Zeitungen, die zu den Lesern gebracht werden wollen. Ihre Nächte sind entsprechend kurz: Um 20 Uhr geht`s ins Bett, um 0.30 Uhr wieder hoch. 40 bis 50 Kilometer fährt sie Nacht für Nacht.

Was ihr besonders wichtig ist: Dass die Abonnenten Verständnis zeigen, wenn die Zeitung mal nicht pünktlich im Briefkasten ist. Pünktlich heißt bis spätestens um 6 Uhr morgens, so die Vorgabe, die aber nur dann eingehalten werden könne, wenn alles reibungslos läuft. Fällt beispielsweise eine Druckmaschine aus und die Zeitungsauslieferung verzögert sich, ist auch Edith Fichtl bei ihren Kunden spät dran. Bei widrigen Wetterverhältnissen wie Schnee und Glätte im Winter ist es das gleiche.

Immer wieder müsse sie Abonnenten erklären, dass es nicht an ihr liegt, wenn das MT mal auf sich warten lässt. Viele zeigten Einsicht, manche aber auch nicht. Trotzdem macht es der 71-Jährigen Spaß, sich Nacht für Nacht für das MT um die Ohren zu schlagen. Wenn sie nicht gerade Urlaubs- oder Krankheitsvertretung macht, ruft sie auch schon mal Kollegen an: „Du kannst heute zu Hause bleiben, ich übernehme für dich.“

Loyalität gegenüber den Kollegen und eine große Verbundenheit zum Hause J.C.C. Bruns, dem Herausgeber des Mindener Tageblattes seit nunmehr 162 Jahren, zeichnet die MT-Zeitungsboten aus. Viele sind seit zehn, 15, 20, 25, 30, 35 oder 40 Jahren in rund 330 Zustellbezirken für das MT unterwegs. Dafür sprach ihnen Vertriebsleiter Oliver Geissler seinen besonderen Dank aus. „Herzlichen Dank, dass Sie für uns draußen den Kunden bedienen, bei Wind und Wetter immer vor Ort sind und das MT zuverlässig zustellen“, drückte er seine Wertschätzung aus. Gerade auch mit Blick auf die letzte große Grippewelle im Februar und März dieses Jahres sei die Verlässlichkeit der MT-Zusteller von unschätzbarem Wert. „Das hat bei uns allen an den Kräften gezehrt, aber gemeinsam haben wir acht harte Wochen gewuppt“, so Geissler. Bei der anschließenden Ehrung der Jubilare – stolze 77 waren es diesmal –- erwähnte Geissler ausdrücklich Inge Kirmiss, die seit 48 Jahren das MT zu den Lesern bringt und mittlerweile 85 Jahre alt ist.

Botenfeste, bei denen die MT-Zusteller alle zwei Jahre zusammenkommen, haben im Hause J.C.C. Bruns eine jahrzehntelange Tradition. In einem Rückblick ging Verleger Sven Thomas auf Veränderungen ein. Zum 1. Juni habe Benjamin Piel den bisherigen Chefredakteur Christoph Pepper abgelöst. Zudem seien er selbst und Verlagsleiter Carsten Lohmann räumlich näher zusammengerückt im Hinblick auf kürzere und effizientere Wege der Kommunikation. Weitere Produkte seien hinzugenommen worden, um den Auflagenrückgang als Folge der Digitalisierung aufzufangen. „Inhalte bringen aber dann nichts, wenn man sie nicht an den Leser bekommt. Ohne Sie würde der Ablauf so nicht funktionieren“, so Sven Thomas.

Treue Boten Diese MT-Zusteller wurden für langjährige Tätigkeit geehrt:

■ Zehn Jahre: Elke Beining, Siegfried Beining, Katja Davis, Dieter Denker, Werner Dobbersalzke, Ulrich, Doersch, Marion Eigenrauch, Renate Engelking, Helmut Engelking, Kordula Kühn, Marianne Möhle, Ilona Müller, Frank Oelmann, Nicole Riechmann, Lydia Schmidt, Manfred Schröder, Rainer Senkowski, Ingrid Wenzel. ■ 15 Jahre: Jürgen Achelpöhler, Monika Bösch, Regina Gießelmann, Iris Hellmich, Birgit Jandt, Piotr Kurowski, Reimund Meier, Dirk Wischnewski.

■ 20 Jahre: Joseph Hochstetter, Jörg Rohde, Heike Steinmann.

■ 25 Jahre: Gabriel Demski, Alexander Klassen, Andrea Menze, Heike Rahrig.

■ 30 Jahre: Christa Kobielak.

■ 35 Jahre: Irmtraud Dreier.

■ 40 Jahre: Christa Roehl.

Von Kerstin Rickert, Freie Mitarbeiterin, Lokales und Kultur