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MT-Aktion „Paket mit Herz“ läuft an – erstmals mit Online-Wunschzetteln

Wunschzettel reservieren ist online möglich, das Einpacken bleibt Handarbeit. Das MT-Team – hier Katrin Esau, Norma-Jean Bulmahn und Vanessa Schmökel – ist startklar für Paket mit Herz 2019. MT-Foto: Alex Lehn

Zu Weihnachten gibt es viele Möglichkeiten, anderen Menschen etwas Gutes zu tun und ihnen damit Freue zu bereiten. Meist werden Familie und Freunde beschenkt. Hinter der Aktion „Paket mit Herz” des Mindener Tageblatts steckt eine andere Idee: Die Geschenkpaten machen jemandem eine Freunde, den sie nicht kennen, dem es aber gerade nicht so gut geht. Manchen fehlt es am Nötigsten. Hier setzt die Aktion an – in diesem Jahr zum 26. Mal. Viele MT-Leser kennen die Aktion schon aus dem FF. Für alle Anderen hier das Wichtigste in Kürze.

Wer kann bei der Aktion „Paket mit Herz” ein Geschenk bekommen?

Es sind Menschen, die in einer schwierigen Lebenssituation stecken und sich zu Weihnachten keine Extras leisten können. Dazu zählen Kinder aus armen Familien, Wohnungslose oder auch Senioren mit kleiner Rente. Oft fehlt es am Nötigsten. Die Menschen stehen in Kontakt mit sozialen oder karitativen Einrichtungen in und um Minden. Dazu zählen die Diakonie, der Sozialdienst katholischer Frauen, der Club 74, Wildwasser, das Arbeitslosenzentrum und viele andere. Dort dürfen sie einen Wunschzettel ausfüllen. Die Einrichtungen schicken die ausgefüllten Zettel ans MT – pro Jahr 1.000 Stück.

Welche Wünsche finden sich in den Kisten?

So unterschiedlich wie die Menschen sind die Wünsche. Ein siebenjähriger Junge wünscht sich einen Gutschein für Tiernahrung, eine ältere Frau einen warmen Pullover oder eine CD. Manche Familie hofft auf ein Paket mit Lebensmitteln oder auf einen Gutschein vom Supermarkt. Sie alle werden gebeten, auf dem Wunschzettel ein Geschenk zu notieren, das den Wert von 15 bis 20 Euro nicht übersteigt. Die Redaktion hat die Wunschzettel in zwei Kisten sortiert: Familien mit Kindern und Bedürftige. Zu dieser Gruppe zählen Menschen mit Behinderungen, Senioren Obdachlose, Drogenabhängige, psychisch Kranke und Flüchtlinge.

Ich möchte Geschenkpate werden. Wie kann ich einen oder mehrere Wunschzettel bekommen?

Es gibt drei Möglichkeiten. Wer persönlich Zettel auswählen möchte, kann das in der MT-Geschäftsstelle (Obermarktstraße 26-30) tun. Die Kästen stehen ab 25. November montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 17 Uhr bereit. Alternativ kann man dem MT-Stand am Samstag, 30. November, einen Besuch abstatten. Wegen der Umbauarbeiten des Rathauses steht das Team erneut bei Hagemeyer – und zwar Parterre gegenüber von Depot. Erstmals bietet das MT in diesem Jahr außerdem die Möglichkeit, einen Wunschzettel auf der Seite paket-mit-herz.de auszuwählen und online zu reservieren.

Wie funktioniert das mit den Wunschzetteln online?

Um zu testen, wie gut Paket mit Herz digital ankommt, stellt das MT zunächst 150 der Wünsche online zur Verfügung. Die können – natürlich kostenlos – ähnlich wie in einem Onlineshop reserviert werden. Danach bekommen sie eine Mail mit dem Wunschzettel zum Ausdrucken und können ihr Geschenk damit versehen.

Ich suche lieber persönlich Zettel aus. Wo mache ich das?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Die meiste Flexibilität bietet die MT-Geschäftsstelle an der Obermarktstraße 26-30. Dort können auch kleine Gruppen in Ruhe in den Zettelkästen stöbern. Darüber hinaus verteilen am Samstag, 30. November, von 10 bis 16 Uhr Mitarbeiter des Mindener Tageblatts Wunschzettel bei Hagemeyer im Parterre. Den Auftakt machen Verleger Sven Thomas, MT-Chefredakteur Benjamin Piel (10 bis 11 Uhr), Geschäftsführer Carsten Lohmann sowie Lokalchefin Monika Jäger (11 bis 12 Uhr). Fragen von A bis Z, von Abonnement-Modellen bis Zustellung, beantwortet Verlagsrepräsentantin Irene Weiland. Vor Ort ist auch MT-Mops Toni. In der Zeit von 11 bis 13 Uhr können sich Kinder ein persönliches Autogramm von ihm abholen oder ein Selfie mit ihm machen.

Wenn das Geschenk besorgt und verpackt ist: Wie kommt es an den Empfänger?

Auf den Wunschzetteln sind die Adressen der jeweiligen Institutionen angegeben. Sie alle liegen im Einzugsgebiet des Mindener Tageblatts. Wichtig ist, dass die Wunschzettel gut sichtbar (!) von außen an den Geschenken befestigt werden, damit sie in den Tagen vor Heiligabend den richtigen Menschen zugeordnet werden können.

Wunschzettel können Sie hier online reservieren. 

MT gewinnt mit Themen-Spezial „Hiller Morde“ Preis des Journalismuslabs NRW

Nadine Schwan, Stefanie Dullweber und Patrick Schwemling haben den Preis am Freitagabend in Düsseldorf bei der gemeinsamen Verleihung des NRW-Hörfunkpreies und des Journalismuslabs NRW in Empfang genommen. Ausgezeichnet wurde das MT für das Projekt “Hiller Morde”. Foto: pr

Mut, Kreativität und Experimentierfreude werden belohnt: Für das Themen-Spezial „Hiller Morde“ ist das MT am Freitagabend in Düsseldorf ausgezeichnet worden. Mit der Seite www.hiller-morde.de hat das Projektteam des Mindener Tageblatts in der Kategorie „Innovatives Format im Lokalen“ den Preis des Journalismus Labs NRW 2019 gewonnen und gezeigt, dass auch Lokalzeitungen große Projekte multimedial umsetzen können. Neben einer Trophäe gab es für das MT außerdem ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro.

Das Themen-Spezial „Hiller Morde“ ist ein lokaljournalistisches und multimediales True-Crime-Projekt, das den Dreifachmord in Neunbaum in Form eines seriellen Storytellings nacherzählt. True-Crime ist ein Medien-Genre, dass sich mit der Darstellung realer Kriminalfälle befasst. Eine der bekanntesten und gleichzeitig ältesten Fernsehsendungen des deutschsprachigen Raumes, die diesem Genre zuzuordnen sind, ist Aktenzeichen XY … ungelöst, aber auch neue Formate wie Podcasts, beschäftigen sich mit dem Themenspektrum der Kriminalität.

Themen-Spezial „Hiller Morde“ zeichnet die Ereignisse im März 2018 rund um das Verbrechen im Ortsteil Neuenbaum crossmedial mit Texten, Fotostrecken, Videos und einem Podcast auf einer eigenen Webseite umfangreich nach. Es werden auf unterschiedlichen Ebenen die mutmaßlichen Täter, Opfer und alle Hintergründe zu den Taten aufgezeigt. Nachbarn kommen zu Wort, ein Podcast beleuchtet die Hintergründe der Berichterstattung. Ein interaktiver Zeitstrahl liefert einen Überblick über das dramatische Geschehen.

„Im True-Crime-Trend liegen und gleichzeitig achtsam arbeiten – dass das geht, zeigt das crossmediale Themen-Spezial „Hiller-Morde“ des Mindener Tageblatts. Von der Tat bis zum Beginn des Prozesses wird hier nicht nur auf den Gänsehautfaktor gesetzt, sondern gezeigt, dass Verbrechen sich nicht lohnt, und die wie Polizei arbeitet“, heißt es in der Begründung der Jury, bestehend aus Sandra Weiß (Expertin für Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality), Michael Krechting (Digitaljournalist und Leiter der Zentralredaktion Digital der Neuen Osnabrücker Zeitung), Prof. Dr. Wiebke Möhring (Institut für Journalistik an der Technischen Universität Dortmund), Dennis Horn (Journalist und ARD-Digitalexperte) und Andrea Hansen (Freie Journalistin und ehrenamtliche stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes NRW).


Die Seite www.hiller-morde.de ist ein lokaljournalistisches und multimediales True-Crime-Projekt des Mindener Tageblatts, das den Dreifachmord in Neunbaum in Form eines seriellen Storytellings nacherzählt.

Über die Auszeichnung freuen sich die MT-Projektmitglieder, darunter Stefanie Dullweber, Nina Könemann, Alex Lehn, Jan Henning Rogge, Nadine Schwan, Patrick Schwemling sowie die vielen weiteren Helfer aus des Abteilungen Redaktion, Digital Unit und Marketing, sehr. Monatelang haben sie an der Realisierung der Website gearbeitet, sämtliche Informationen, Videos und Fotos des Falls neu sortiert, einen Podcast aus der Sicht der Reporter aufgenommen und den Dreifachmord in Hille-Neunbaum in Form eines seriellen Storytellings nacherzählt. Besonders Stefanie Dullweber, die als Redakteurin für die Gemeinde Hille zuständig ist, befasste sich anderthalb Jahre fast täglich mit dem Fall, begleitete die Ermittlungen in Neuenbaum vor Ort und fuhr zu jeder Gerichtsverhandlung nach Bielefeld. Außerdem recherchierte sie mit Unterstützung der Kollegen intensiv im Umfeld von Täter und Opfer und beleuchtete den Dreifachmord von allen Facetten.

Ziel des Projektes war es, den immer komplexer werdenden Fall in Hille noch einmal gebündelt dazustellen und dabei die Dramatik des Dreifachmordes so nachzuerzählen, wie sie tatsächlich geschehen ist – Tag für Tag mit neuen Entwicklungen und schockierend bis ins Mark.

Hintergrund

Das Journalismuslab der Landesanstalt für Medien NRW setzt sich seit 2015 (ehemals als Stiftung Vor Ort NRW) für die Stärkung und Vielfalt des Lokaljournalismus in Nordrhein-Westfalen ein. Es fördert Journalistinnen, Journalisten und Organisationen bei der Entwicklung und Umsetzung von innovativen Projekten in Online-, Video- und Audio-Medien. Der Preis des Journalismuslabs wird jährlich in zwei Kategorien vergeben. In der zweiten Kategorie „Neue Stimme im Lokalen“ setzten sich dieses Jahr Martin Wosnitza und sein Team mit Blickfeld – die Campus-Zeitung für Wuppertal durch.