Die digitale Wissensschatzkammer der Region: MT-Zeitungsarchiv jetzt online verfügbar

Die Startseite des Online-Archivs. Die Beispielseiten im Slider lassen sich per Mausrad auswechseln. Repro MT

Die Startseite des Online-Archivs: Die Beispielseiten im Slider lassen sich per Mausrad auswechseln. Repro MT

Es ist soweit: Das Mindener Tageblatt bringt sein Zeitungsarchiv ans Netz. Alle seit 1856 jemals erschienenen Zeitungsseiten sind dort verfügbar, außerdem Online-Artikel seit 2009. Die Suche ist frei, Gefundenes kann gegen Gebühr erworben werden. Ein Großprojekt findet seinen Abschluss mit der Aufnahme des öffentlichen Betriebs.

Die Früchte von 160 Jahren lokaler Zeitungsarbeit im digitalen Zugriff

Am 5. Juli 1856 erschien im kleinen Mindener Druck- und Verlagsunternehmen J.C.C. Bruns die erste reguläre Ausgabe des „Kreisblatts für die Kreise Minden und Lübbecke“. Hergestellt im Handsatz und in niedriger Auflage auf kleinem Format gedruckt, zunächst noch mehr oder weniger ohne redaktionellen Inhalt und nur ein-, später zweimal die Woche erscheinend, war es bereits der zweite Versuch des Druckers Johann Christian Conrad Bruns, mit einer lokalen Zeitung im Geschäft mit der Verbreitung von Nachrichten und Anzeigen Fuß zu fassen.

Im Gegensatz zum ersten hatte dieser Erfolg – und zwar nachhaltig: Gut 160 Jahre später erscheint die Zeitung als „Mindener Tageblatt“ immer noch. Nach wie vor befindet sie sich – ausschließlich – im Besitz der Gründerfamilie, die sie inzwischen in sechster Generation herausgibt. Nach wie vor ist sie (als eine von nur noch einer Handvoll Zeitungen vergleichbarer Größenordnung in Deutschland) wirtschaftlich, technisch, publizistisch und redaktionell vollkommen eigenständig. Und nach wie vor versteht sie sich, mehr denn je, als Zeitung der Region, aus der und für die sie seit mehr als eineinhalb Jahrhunderten berichtet.

Suchmaske und Ergebnisausgabe. Repro: MT

Suchmaske und Ergebnisausgabe. Repro: MT

In dieser Zeit hat sie das Geschehen in Heimat und Welt für ihre Leserinnen und Leser gemäß ihrer Möglichkeiten und der jeweiligen Zeitumstände begleitet, zunächst in bescheidenem Rahmen, im Laufe der Zeit dank wachsenden wirtschaftlichen Erfolgs und konsequenter Nutzung des technischen Fortschritts immer umfangreicher und professioneller.

So ist im Lauf der – nur von einer kriegsbedingten Zwangspause 1943 bis 1949 unterbrochenen – Geschichte lokalen Zeitungsmachens ein enormer Fundus an Informationen veröffentlicht worden: redaktionelle Texte und gewerbliche wie private Anzeigen, Bilder, Zeichnungen, Grafiken, inzwischen auch Ton- und Bewegtbilddateien. Aufbewahrt über lange Zeit ausschließlich auf Papier, seit Beginn des 21. Jahrhunderts auch in digitalen Speicherformaten, sind über die Jahre so allein mehr als 750.000 Zeitungsseiten entstanden – und täglich werden es mehr. Inzwischen werden sie ergänzt von den Inhalten der Internetausgabe MT.de. Alles in allem: ein wahrer Schatz an Wissen und Informationen über das Leben in Minden, Porta Westfalica, Petershagen, Hille und „um zu“.

Speziell aufbereiteter Datenbestand ermöglicht Volltextrecherche

Dieser Wissensschatz stand bislang überwiegend nur auf Papier – konkret: in gebundenen Zeitungsbänden – oder auf Mikroverfilmungen im Kommunalarchiv sowie zum kleinen Teil der jüngsten Jahrgänge in verschiedenen elektronischen Speichermedien zur Verfügung. Ihn für einen unmittelbaren und direkten Zugang zu erschließen – und zwar nicht nur für Redaktion und Verlag sondern nach Möglichkeit für jeden Interessierten – war das Ziel eines Großprojekts, mit dem das MT vor gut sechs Jahren mit ersten Vorarbeiten begonnen hat. Nun kann es mit der Präsentation eines für alle Interessierten weltweit und frei zugänglichen Online-Archivs abgeschlossen werden.Integriert in den Online-Service MT.de, finden sich in der neuen digitalen Schatzkammer des Mindener Tageblatts sämtliche seit dem ersten Erscheinungstag produzierten Zeitungsseiten, außerdem lokale Online-Inhalte seit 2009. Gesucht werden kann nicht nur nach Erscheinungsdatum: eine Volltextrecherche ermöglicht das Durchsuchen des kompletten, speziell dafür aufbereiteten Datenbestandes.

Für das Projekt wurden alle jemals erschienen MT-Zeitungsseiten der Jahrgänge 1856 bis 2005 vom darauf spezialisierten Unternehmen PPS (Oberursel) aus den Archivbänden gelöst, einzeln gescannt und mit verschiedenen Softwareprogrammen in identifizierbare und lesbare Texte umgewandelt. In Zusammenarbeit mit dem Online- und IT-Spezialisten Evolver (Chemnitz) wiederum wurden die digitalen Datenbestände 2005 bis heute integriert sowie Datenbank, Abfragemaske, Such- und Download-Funktionalitäten konzipiert und umgesetzt. Insgesamt investierte der Verlag eine deutlich sechsstellige Summe allein in die Erstellung des virtuellen Archivs, hinzu kommen die laufenden Kosten für den technischen Betrieb.

Kostenpüflichtige Leistungen und Preise des Online-Archivs im Überblick. Die Suche selbst ist frei.

Kostenpflichtige Leistungen und Preise des Online-Archivs im Überblick. Die Suche selbst ist frei.

Seit kurzem steht das Archiv jetzt online zur Verfügung. Die Suche ist frei, Fundstücke werden als Ausschnitte im jeweiligen Seitenzusammenhang angezeigt. Wer möchte, kann sich einzelne Zeitungsseiten oder gar vollständige Ausgaben anschließend im PDF-Format herunterladen – dafür wird dann eine Gebühr erhoben. MT-Abonnenten, logisch, zahlen deutlich weniger.