Nach MT-Bericht: Facebook-Gruppe gegen Einsamkeit gegründet

In der Facebook-Gruppe „Gegen Einsamkeit in der Weihnachtszeit“ organisieren sich Mindener, um einsamen Menschen beizustehen. MT-Foto: Jan Henning Rogge

„Zeit, Aufmerksamkeit und Verständnis entgegen zu bringen ist nicht viel verlangt – aber für einsame, oft ältere Menschen ein Luxus”, sagt Kathleen Tredup. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine: Gemeinsam mit Antje Glöckner hat die Mindenerin deshalb spontan eine Facebook-Gruppe gegründet, in der sich Interessierte organisieren können, die sich einsamen Menschen widmen soll, die besonders an Weihnachten alleine sind. Der Auslöser: Ein Artikel im Mindener Tageblatt, in dem der 83-jährige Mindener Günther Zimmermann (Name geändert) über seine Einsamkeit und die schlimmste Zeit des Jahres spricht: Die Advents- und Weihnachtszeit (Hier lesen Sie mehr: Einsamkeit im Alter – Ein 83-jähriger Mindener bricht sein Schweigen (Plus-Inhalt)).

Die Einsamkeit, die viele alte Menschen erleiden müssen, hat Kathleen Tredup hautnah erlebt, als sie in der Pflege arbeitete. „Ich habe immer versucht den Menschen individuell eine Freunde zu bereiten, weil sie oftmals nicht mehr haben als ein paar nette Gespräche mit einer Pflegerin”, erzählt sie. „Angehörige sind oftmals nie oder nur selten da.” Gemeinsam mit ihrem Mann hatte sie deshalb schon früher versucht, ihren einsamen Mitmenschen die Tür zu öffnen. „Wir haben aber keine Anlaufstelle gefunden.”

Dabei ist das Interesse, für die Mitmenschen da zu sein durchaus vorhanden: Kaum ist der Artikel über Günter Zimmermann auf der MT-Facebookseite angekündigt, melden sich die ersten Interessierten – darunter Antje Glöckner und Kathleen Tredup. Spontan verabreden sie sich in der Kommentarspalte, gemeinsam aktiv zu werden. Auch andere Menschen erzählen dort von ihren Begegnungen mit alleinstehenden Nachbarn, äußern aber auch Skepsis.

Denn das Problem ist klar: Dort wo sich – wie auch in diesem Fall – jüngere Menschen vernetzen, ist die ältere und besonders von Einsamkeit betroffene Generation kaum zu finden. In den sozialen Netzwerken wie zum Beispiel auf Facebook sind zwar immer mehr „Silver-Surfer unterwegs”, die Mehrzahl der Nutzer ist aber unter 60 Jahren alt. An dieser Stelle möchte sich das Mindener Tageblatt nun als Mittler anbieten. Wer Interesse hat, an der Facebook-Gruppe „Gegen Einsamkeit in der Weihnachtszeit” mitzuwirken oder Kontakt zu ihr sucht, kann sich auch auf dem Postweg, per Mail oder ab Montag auch telefonisch an das Mindener Tageblatt wenden. Die Anfrage wird dann an die Facebook-Gruppe weitergeleitet.

Kontakt:

Mindener Tageblatt
Obermarktstraße 26-30
32427 Minden
Telefon (0571) 882 145
service@mt.de

Von Jan Henning Rogge, Redaktion Digitale Inhalte

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