Was Lokaljournalisten über städtische Finanzen wissen müssen: Volontärsschulung beim MT

MT-Lokalchefin Monika Jäger (hinten links) und Mindens Kämmerer Norbert Kresse brachten den MT- und NW-Volontären das Thema Kommunaler Haushalt näher. MT-Foto: Jan Henning Rogge

Dass das Mindener Tageblatt mit der in Bielefeld erscheinenden Rgeionalzeitung „Neue Westfälische“ kooperiert, wissen wohl die meisten MT-Leser. Auf wie vielen verschiedenen Ebenen jenseits der journalistischen Kooperation diese Zusammenarbeit stattfindet, ist vermutlich eher unbekannt. Ein reger Austausch findet seit einiger Zeit zum Beispiel auch bei der Ausbildung des journalistischen Nachwuchses statt. Am Freitag waren deshalb elf NW-Volontärinnen und Volontäre zu einer Schulung nach Minden gekommen, um sich dort gemeinsam mit ihren drei MT-Kollegen Malina Reckort, Hans-Georg Dittmann und Ilja Regier mit dem Thema kommunale Finanzen zu befassen. Norbert Kresse, Kämmerer der Stadt Minden, erläuterte der kommenden Journalistengeneration den Aufbau und die Entstehung eines städtischen Haushaltsplans. Welche journalistischen Möglichkeiten zwischen all den Zahlen stecken, zeigte MT-Lokalchefin Monika Jäger den Volontären zwischendurch immer wieder auf.

Exemplarisch für Minden konnte der Kämmerer anschaulich erklären, welche Möglichkeiten für eine Stadt in der Gestaltung eines solchen Planes stecken und wie die Politik an der Gestaltung mitwirkt. Auch in welchem Umfang die Stadt durch Pflichtaufgaben eben nicht Herrin über die von ihr verwalteten Gelder ist, wurde dabei deutlich.

Am Nachmittag stand das Thema Video auf dem Lehrplan. MT-Ausbildungsredakteur Jan Henning Rogge erklärte den Volontären, welche Techniken und  Arbeitsweisen zur Produktion von Web-Videos nötig sind und wie selbst mit dem Mobiltelefon gute journalistische Beiträge erstellt werden können. Dazu gehörten zum Beispiel Themen wie Licht und Ton, „Der goldene Schnitt“ oder die sogenannte „Five-Shot-Regel“ für Nachrichtenvideos.

Die Ausbildungskooperation funktioniert natürlich in beide Richtungen. Bereits im Mai ist die nächste Volontärsschulung bei der NW in Bielefeld geplant.

Von Jan Henning Rogge, Onlineredaktion und Ausbildungsredakteur

Girl’s und Boy’s Day beim MT: 13 Schüler erkunden Berufsfelder

Zu Besuch beim Mindener Tageblatt: 13 Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, die Redaktion zu erkunden – hier den Video-Schnittraum. MT-Foto: Ilja Regier

Wie funktioniert die Arbeit in einer Zeitungsredaktion? Wie sieht der Alltag eines Journalisten aus? 13 Mädchen und Jungen im Alter von zwölf bis 15 Jahren waren am 27. April zum Boys- und Girlsday in der Redaktion des Mindener Tageblatts zu Gast, um dm den Beruf des Zeitungsredakteurs kennenzulernen.
Schon am Vormittag ging es für die Nachwuchskräfte zur Sache: An echten Zeitungsartikeln konnten sie ihr Händchen für die Auswahl von Überschriften und Bildern üben. Wie ist eine Zeitung aufgebaut? Wer macht was? Und was hat die Onlineredaktion mit all dem zu tun? Diese und viele weitere Fragen wurden von den MT-Redakteuren Nadine Conti und Jan Henning Rogge ausführlich beantwortet.

Dass die Arbeitszeiten in der Redaktion ziemlich eigen sind war vielen der jungen Besucher zuvor nicht klar. Und auch, dass „da draußen herumrennen, Leuten Fragen stellen und dann Texte schreiben“, wie es ein Schüler ausdrückte, eben nur ein Teil des Jobs ist. Darüber hinaus muss eine Menge an Material von außen gesichtet, bewertet und bearbeitet werden und das „Zusammenpuzzeln“ der Seiten ist anspruchsvoller, als mancher ahnt. An der Bildauswahl und verschiedenen Überschriften durften sie sich auch einmal ausprobieren und ganz zum Schluss in der großen Redaktionskonferenz schon einmal einen Blick auf die Zeitung von morgen werfen.

Am Nachmittag konnten die Nachwuchsjournalisten nach eingehender Vorbereitung dann ihren eigenen Pressetermin bestreiten: Was zum Kuckuck ist eigentlich ein Medienpädagoge? Und was macht der so den ganzen Tag? Diesen Fragen gingen die 13 Jungen und Mädchen nach. Natürlich formulierten die Schüler ihre Fragen im Pressegespräch mit Lukas Opheiden, dem Medienpädagogen der Stadtbibliothek deutlich höflicher.

Und Opheiden erwies sich als optimaler Partner für dieses Übungsinterview: freundlich und offen beantwortete er alle Schülerfragen, auch wenn es um seinen privaten Medienkonsum ging oder darum, wie viel Freizeit er überhaupt habe.

Zentrale Erkenntnis des kleinen Ausflugs in die nahe gelegene Bücherei war jedoch: Auch die Stadtbibliothek stellt sich darauf ein, dass die Bücherausleihe allein nicht mehr reicht. Vor zwei Jahren hat sie den Medienpädagogen eingestellt. Und der deckt ein breites Spektrum an Veranstaltungen ab, wie die Schüler erstaunt registrierten: Er testet Videospiele mit Jugendlichen, berät Senioren im Umgang mit E-Book-Readern und Smartphones, aber auch Eltern und Pflegeeltern, die sich Sorgen um den Medienkonsum ihrer Kinder machen. Außerdem veranstaltet er Workshops, geht in die Jugendhäuser der Stadt und kooperiert mit seinen Kolleginnen im Mindener Museum und im Stadttheater.

Nachwuchsreporter im Einsatz: Die Teilnehmer des Girl’s und Boy’s Day beim MT interviewen den Medienpädagogen Lucas Opheiden in der Stadtbibliothek. Foto: Nadine Conti

Die Triebfeder dahinter ist durchaus eine persönliche: Er sei selbst leidenschaftlicher Gamer, erzählt Opheiden und habe auch schon früh gewusst, dass er gern als Pädagoge arbeiten wolle. Die Stellenausschreibung in Minden kam ihm da gerade recht und als „Zugezogener“ sieht er diese Stadt sehr viel positiver, als mancher Mindener das gewohnt ist. Die Leidenschaft und Zielstrebigkeit mit der der 26-Jährige seine Berufslaufbahn verfolgt, fanden einige der Teilnehmer beeindruckend. Für die 12- bis 14-Jährigen, die gerade erst anfangen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist das naturgemäß noch ziemlich weit weg.

Von Nadine Conti (Lokalredaktion) und Jan Henning Rogge (Onlineredaktion)

Der Mühlenkreis im Konjunktur-Hoch: Neue Ausgabe des MT-Wirtschaftsmagazins „Menschen, Macher, Märkte“ erschienen

Die Menschen, die hier leben, wissen es längst: Die Region ist lebenswert. Bezahlbare Mieten und Grundstücke, eine gute Infrastruktur und vor allem kurze Wege zur Arbeitsstätte sind nur einige Pluspunkte. Und natürlich interessante Firmen und attraktive Arbeitgeber in einem breiten Branchenmix. Die Konjunktur bei uns läuft nach wie vor rund. Den Firmen geht es gut, die Geschäfte blühen und mit den Umsätzen wachsen Investitionsbereitschaft und Personalbedarf. Viele gute Gründe also, sich die Akteure der Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke einmal näher anzuschauen.

Die Titelseite der aktuellen Ausgabe von „Menschen, Macher, Märkte“, die heute dem gedruckten MT beiliegt. Repro: MT

Wieder einmal einen guten Ein- und Überblick bietet die neue Ausgabe des MT-Wirtschaftsmagazins „Menschen, Macher, Märkte“. Das druckfrische Heft liegt in seiner mittlerweile 35. Ausgabe heute dem Mindener Tageblatt bei, außerdem ist es digital wie üblich als eMag auf www.mt.de abrufbar soweie in der neuen ePaper-App des MT auch als ePaper herunterzuladen. Auf mehr als 80 Seiten vermittelt es interessante und unterhaltsame Eindrücke vom Wirtschaftsstandort Minden und seinen anstehenden Herausforderungen, berichtet vom Konjunkturhoch sowie den guten Exportaussichten und erklärt, warum es auch im Handwerk oder in der Unternehmenskommunikation zunehmend digital zugeht.

Das MT-Wirtschaftsmagazin zeigt, worauf der Erfolg der Region beruht, nämlich auf unternehmerischen Tugenden wie Flexibilität und Weitsicht. Ob kleiner Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb oder einer der größten Arbeitgeber in der Region, ob traditioneller Familienbetrieb oder „Hidden Champion“ im internationalen Wettbewerbsumfeld – die Palette ist bunt. Das Magazin stellt exemplarisch mehr als 50 Unternehmen vor. Darunter auch Firmen aus den Bereichen Maschinenbau, Werkzeugbau, Forschung und Entwicklung oder Einzelhandel, ohne die etwa im zunehmend wichtigen Bereich Elektromobilität eine große Lücke klaffen würde.

„Menschen, Macher, Märkte“ ist aber auch für all jene praktisch, die die Region noch nicht so gut kennen, weil sie frisch zugezogen sind oder für diejenigen, die noch einen Ort suchen, wo sie Wurzeln schlagen möchten. Und natürlich für Endverbraucher oder Gewerbekunden, die einen Handwerker, Händler oder Dienstleister suchen oder sich einfach mal inspirieren lassen möchten.

Hier gibt es Menschen, Macher, Märkte“ Nr. 35 als eMag

„Reporter ohne Grenzen“: Lage für Journalisten und Medien hat sich weltweit verschlechtert

Auf der Homepage von „Reporter ohne Grenzen“ gibt es eine interaktive Weltkarte der Pressefreiheit (Links siehe unten). Repro: MT

Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit beigetragen. Das geht aus der Rangliste der Pressefreiheit 2017 hervor, die die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ soeben veröffentlicht hat.

In Ländern wie den USA, Polen oder Großbritannien tragen Spitzenpolitiker ihre Geringschätzung gegenüber Journalisten offen zur Schau. In der Türkei hat sich die Lage für Journalisten und Medien im Zuge einer beispiellosen Repressionswelle seit dem Putschversuch im vergangenen Sommer erneut verschlechtert. In Kriegs- und Krisenländern wie Syrien, Libyen oder dem Jemen sind Journalisten unverändert tödlichen Gefahren von allen Seiten ausgesetzt. Größter Absteiger in der Rangliste der Pressefreiheit ist Nicaragua. Die Wiederwahl von Präsident Daniel Ortega für eine dritte Amtszeit im November 2016 ging einher mit Zensur, Einschüchterung und Drohungen gegen unabhängige Journalisten. Schlusslichter der Rangliste sind die Staaten Eritrea und Nordkorea.

In knapp zwei Dritteln der 180 untersuchten Länder hat sich die Situation im vergangenen Jahr verschlechtert. Dazu haben auch die Entwicklungen in demokratischen Ländern beigetragen. Immer wieder haben Politiker Journalisten verbal angegriffen und Regierungen Gesetze verabschiedet, die Überwachungsbefugnisse der Geheimdienste ausbauen und Whistleblower bedrohen.

Hier gibt es weiterführende Informationen zur Methodik von „Reporter ohne Grenzen“, zu Auf- und Absteigern und Spitzenreitern und Schlusslichtern.

Die von der Organisation erstellte interaktive Weltkarte der Pressefreiheit 2017 basiert auf den Daten der Rangliste.

Wahlhilfe nicht nur für Erstwähler: MT.de auch zu NRW-Landtagswahl 2017 wieder mit Wahl-O-Mat

Die Startseite des Wahl-O-Mat auf MT.de sowie eine der 38 Thesenseiten. Wer sich hier durchklickt, kann anhand von 38 inhaltlichen Positionen überprüfen, mit welchen Wahlprogrammen er am ehesten übereinstimmt. Repro_ MT

Es ist inzwischen das meist genutzte Instrument der politischen Bildung in Deutschland. Und übrigens auch das am besten erforschte. Die Landeszentrale für politische Bildung in NRW hat knapp drei Wochen vor der Landtagswahl den Wahl-O-Mat freigeschaltet. Wie seit vielen Jahren bei Bundes- und Landtagswahlen ist das Mindener Tageblatt als Medienpartner dabei, deshalb kann die Online-Wahlhilfe ab sofort auch wieder über MT.de aufgerufen werden. Die Nutzer – längst nicht mehr nur junge Leute – können dann anhand von 38 Thesen, denen sie zustimmen, die sie ablehnen oder zu denen sie sich neutral verhalten können, herausfinden, mit welcher Partei es die meiste Übereinstimmung gibt.

Der Wahlhelfer der Bildungszentralen wurde einst in den Niederlanden 1989 erfunden, dort können die Nutzer ihn seit 1998 im Internet aufrufen. Nach Deutschland kam die Idee des Wahl-O-Mats zur Bundestagswahl 2002. Für eine Landtagswahl in NRW wird er jetzt bereits zum vierten Mal eingesetzt, erläuterte die Chefin der NRW-Landeszentrale für politische Bildung, Maria Springenberg-Eich. Wurde er bei seinem ersten Landtagswahl-Einsatz rund 400 000 Mal angesteuert (mehr als die Hälfte der damaligen Nutzer war jünger als 30 Jahre), so lag die Zahl 2012 bereits bei 1,2 Millionen. Diesmal hoffen die Wahl-O-Mat-Macher auf zwei Millionen Nutzer.

Vier Mal war der digitale Wahlentscheidungshelfer schon bei Bundestagswahlen im Einsatz. Und der Anteil der Unter-30-Jährigen beträgt nur noch rund ein Viertel. Waren am Anfang nicht einmal zwei Prozent der Nutzer älter als 60 Jahre, so beträgt der Anteil der älteren Nutzer inzwischen über zehn Prozent, sagte Stefan Marschall, Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der den Wahl-O-Mat erforscht.

29 der insgesamt 31 für die Landtagswahl zugelassenen Parteien beteiligen sich am Wahl-O-Mat – so viele wie noch nie, betonte Maria Springenberg-Eich. Bei den beiden Parteien, die sich verweigert haben, handelt es sich um kleine Splitterparteien: PAN – die Parteilosen, eine Neugründung, die ihren Sitz in Paderborn hat, und die Parteilose Wählergemeinschaft. Die Antworten können mit den Parteiprogrammen von maximal acht Parteien, die der Nutzer selbst auswählt, verglichen werden. In einer Tabelle sieht der Nutzer dann, mit welcher der acht Parteien er wie weit übereinstimmt. Die Thesen des Wahl-O-Mats wurden von der Landes- und der Bundeszentrale für politische Bildung, von Wissenschaftlern und von einer aus Erstwählern bestehenden Redaktion in zwei Workshops erarbeitet.

Zugleich mit dem Online-Start des Wahl-O-Mats schickt die Landeszentrale für politische Bildung auch einen mobilen „Wahl-O-Mat“ auf große Tour. Motto dieser Tour: „Du bist Demokratie“. Sie verfolgt das Ziel, Menschen für die Demokratie zu begeistern. Es gehe darum, die Menschen zu motivieren, zur Wahl zu gehen, so Maria Springenberg-Eich, die Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung. Die Tour dauert bis kurz vor der Bundestagswahl. Mit dabei ist auch der analoge „Wahl-O-Mat“, bei dem Besucher bei der Beantwortung der Fragen auch untereinander diskutieren können.

Von Lothar Schmalen, Korrespondent in Düsseldorf