Auf zur Motivjagd – Fotowettbewerb „Blende 2017“ startet

Im Jugendwettbewerb der „Blende 2017“ sind Bilder unter dem Motto „Blickwinkel“ gefragt. Alle anderen können außerdem in der Kategorie „Tierische Begegnungen“ teilnehmen. Foto: Linda Tiesel

Der Zeitungsleser-Fotowettbewerb „Blende“ geht in die nächste Runde. Ab heute können Hobbyfotografen aus der Region unter dem Motto „Tierische Begegnungen“ ihre Bilder beim Mindener Tageblatt einsenden. Für alle Jugendlichen bis einschließlich 18 Jahre, gibt es außerdem wieder einen Zusatzwettbewerb. Unter dem Motto „Blickwinkel“ sind dieses Jahr besonders kreative Motive gefragt.

Bei den Leserfotografen des Mindener Tagesblattes sind Tiere stets ein beliebtes Motiv – egal ob Eichhörnchen im Vogelhäuschen, der eigene Hund oder Schwanenküken im Vogelparadies. Nun gibt es für die besten Tier-Bilder etwas zu gewinnen: Denn der Zeitungsleser-Fotowettbewerb „Blende 2017“, den das MT in Kooperation mit Prophoto GmbH, Gesellschaft zur Förderung von Fotografie und Videografie, ausschreibt, widmet sich genau diesem Thema.

Mit einem schnellen Klick ist es in dieser Rubrik jedoch nicht getan. Stattdessen sind humorvolle, spannungsreiche aber auch nachdenkliche Fotos gefragt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das eigene Haustier oder ein Exot aus dem Zoo vor der Linse steht.
Parallel zu dem Hauptwettbewerb können Jugendliche Bilder zum Thema „Blickwinkel“ einsenden. Dabei kann sowohl die Perspektive des Fotos, als auch der Blickwinkel, den der Nachwuchsfotograf einnimmt im Mittelpunkt stehen. Kreativität ist hier speziell gefragt. Eine besondere Fotoausrüstung ist dafür nicht nötig.

Jeder Teilnehmer – ausgenommen sind Berufs- und Profi-Fotografen – hat dann die Chance auf einen Preis. Für den MT-Regionalpreis sitzen Chefredakteur Christoph Pepper, Fotograf Alex Lehn, DPA-Fotograf Boris Rössler und Online-Redakteurin Nadine Schwan in der Jury und wählen die drei besten Bilder in beiden Kategorien aus.

Für die Gewinner gibt es jeweils eine Medaille und eine Urkunde von Prophoto. Den Erstplatzierten winken außerdem Eintrittskarten für Veranstaltungen im Stadttheater oder der Kampa-Halle. Und auch die Nächstplatzierten auf den Rängen Zwei und Drei können sich auf interessante Preise freuen. Zusätzlich werden unter allen Teilnehmern, die Fotos einreichen, fünf mal zwei Eintrittskarten für eine Veranstaltung mit Roland Marske im Mindener Stadttheater verlost. Der bekannte Reisefotograf wird in der kommenden Vortragssaison unter anderem Multivisionsshows zu Florida und Australien präsentieren.

Außerdem nehmen die drei besten Fotografen aus der Kategorie „Tierische Begegnungen“ automatisch an der bundesweiten Endausscheidung von Prophoto teil und können einen der 133 Preise im Gesamtwert von 40 000 Euro gewinnen. Dazu zählen Geld- und Sachpreise, wie zum Beispiel Bildbearbeitungssoftware, Objektive, Digitalkameras, Stative, Fototaschen, Gutscheine für Fotoleinwände und Fotobücher oder Abonnements von Fotofachzeitschriften.
Noch mehr Chancen bieten sich für die jungen Leser bis 18 Jahre. Hier gehen alle eingeschickten Bilder in die bundesweite Endausscheidung, in der 55 Sonder- und 111 Verlosungspreise an die Nachwuchsfotografen vergeben werden.

Einsendeschluss ist Mittwoch, 27. September.

Weitere Infos sowie die Teilnahmebedingungen zur „Blende 2017“ gibt es auf MT.de

Von Nadine Schwan

Das MT-ePaper jetzt auch als „Light“-Version für schlechte Netzverbindungen

Im Funktionsfenster – je nach Ausrichtung des Geräts neben oder unter der täglichen Titelseite – findet sich jetzt auch eine Light-Version der aktuellen Ausgabe mit deutlich reduziertem Datenvolumen. Repro: MT

Erst rund einen Monat ist die neue App des Mindener Tageblatts für die Plattformen iOS (Apple)  und Android verfügbar, da bekommt sie bereits eine erste Ergänzung: eine zusätzliche datenreduzierte Version der täglichen Zeitungsausgabe, die vor allem deren Herunterladen bei schlechter Internetverbindung erleichtern soll.
Vor knapp vier Wochen ist die digitale Version der gedruckten MT-Ausgabe für Tablet-PCs und Smartphones unter dem neuen Namen „MT Digital“ vorgestellt worden. Sie bietet nicht nur deutlich erweiterten Inhalt und einen größeren Funktionsumfang als das Vorgängerprodukt „ePaper+“, sondern auch eine bessere Darstellung der Fotos und Texte – sowohl in der „Zeitungsoptik“ als auch in der geräteoptimierten Darstellung von Bild und Text.
„Die Reaktionen der Nutzer von MT Digital waren zum größten Teil sehr positiv“, weiß Fabian Müller vom MT-Leserservice zu berichten, der in den letzten Wochen viele Gespräche zur neuen App geführt hat. „Hier und da gab es vor allem bei älteren Tablets und Smartphones noch Probleme zu lösen. Die waren jedoch nicht selten schon damit zu beheben, dass die von den Nutzern seit längerem nicht aktualisierte Geräte-Software des jeweiligen Betriebssystems auf den aktuellen Stand gebracht wurde.“
Neben Anregungen zu einzelnen Funktionen wurde im Kunden-Feedback häufiger der Wunsch nach einer datenreduzierten Version geäußert. Völlig nachvollziehbar für Christian Stichler, im Verlag für Entwicklung und Portal-Management der digitalen Medien zuständig: „Die tagesaktuelle Ausgabe der Zeitung hat in ‚MT Digital‘ tatsächlich ein deutlich höheres Datenvolumen als zuvor, weil wir die Funktionen Ganzseiten- und Einzelartikelansicht zugunsten eines besseren Leseerlebnisses in einem Download zusammengeführt haben. Außerdem werden Fotos in sehr viel besserer Auflösung zur Verfügung gestellt.“

Was im normalen Umfeld für die meisten Nutzer kein Problem ist, kann auf Reisen im Ausland, bei schlechtem Mobilfunknetz oder in einem schwachen WLan aber zu deutlich längeren Ladezeiten bis hin zu Download-Abbrüchen führen. Dem wird nun mit einer zusätzlichen „Light“-Version abgeholfen, die mit dem Technikpartner Agfa auch mit Blick auf die beginnende Urlaubszeit kurzfristig als schnell umsetzbare Ergänzung entwickelt wurde. So gibt es in „MT Digital“ künftig eine zweite Downloadmöglichkeit für die tagesaktuelle Zeitungsausgabe in stark datenreduzierter Form. Sie kann als „MT Light“ über das Funktionsfenster auf der Startseite abgerufen werden, das auch Zugang zu den Magazinen, Prospekten, Sonderausgaben, dem Archiv oder zu MT.de bietet. Stichler: „Es handelt sich um ein reines Ansichts-PDF der Zeitungsseiten, verzichtet also auf viele der Funktionen des regulären Downloads wie etwa die optimierte Artikelansicht. Dafür konnten wir das Datenvolumen auf weniger als ein Viertel reduzieren.“

Neben dieser sofort verwirklichten Ergänzung von „MT Digital“, die ausschließlich Abonnenten des ePapers zur Verfügung steht, wird in den kommenden Tagen auch noch ein kleines technische Update eingespielt, das vor allem auf die interne Produktion Auswirkungen haben wird.

Schluss hingegen ist in der kommenden Woche mit der Bereitstellung der aktuellen MT-Ausgabe in der alten App „MT ePaper+“. Schon jetzt erinnern Hinweise und Sonderseiten die Nutzer daran, die neue App „MT Digital“ kostenlos aus dem Store zu laden und sich einmalig im Menüpunkt „Benutzerkonto“ (unten rechts in der Navigationsleiste) neu anzumelden. Und eine weitere Information ist Fabian Müller nach seinen zahlreichen Kundengesprächen noch wichtig: „Die klassische – also nicht mobile – Version des ePapers für PCs und Laptops, die über den Webbrowser aufgerufen wird, ist von diesen Änderungen nicht betroffen und wird auch weiterhin wie gewohnt zur Verfügung stehen.“

Von Frank Sommer, Leiter Marketing

Eine Reise nach Tel Aviv – und Israel

MT-Volontär Hans-Georg Gottfried Dittmann

22 junge Journalisten fanden sich an einem Hotel nahe des Frankfurter Flughafens ein, um tags darauf nach Israel zu fliegen. Eine Studienreise von der Bundeszentrale für politische Bildung organisiert für Jungjournalisten mit maximal fünf Jahren Berufserfahrung.  Die Studien begannen schon vor der Reise – im Tagungsraum der Frankfurter Hotels.  Es sollte nicht der letzte Tagungsraum auf der Reise bleiben.

Am nächsten Nachmittag landete die Maschine pünktlich in Israel und das Programm setzte ich sich nahtlos im nächsten Konferenzraum fort. Bis auf einen kurzen Blick aus dem Fenster und der viel zu kalten Klimaanlage deutete nichts darauf hin, dass wir nicht nur das Land, sondern auch den Kontinent verlassen hatten, denn auch die Referenten sprachen zunächst auf Deutsch zu uns.

Erst nach Sonnenuntergang konnten wir die Hotelanlage verlassen und uns ein Bild von Tel Aviv machen. Die moderne Stadt am Mittelmeer brodelte auch nachts und hatte wenig mit dem zu tun, was man sich vor der Reise in das Heilige Land vorgestellt hatte,  eher erinnerte es eine spanische Stadt mit Mittelmeerlage – nur der Ozean lag nicht im Westen sondern im Osten der Stadt.

Einige Israelis sagten uns, dass Tel Aviv nicht viel mit dem Rest des Landes zu tun hat, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass Tel Aviv erst 1909 gegründet wurde und erst seit 1999 zu der Metropolregion explodierte, die sie heute ist – denn vor 1999 stand in der ganzen Stadt nur ein Hochhaus, was mit Blick auf das heutige Stadtbild kaum zu glauben ist.

Tel Aviv selbst bewirbt sich selbst  seit einiger Zeit auch nicht mehr damit, ein Teil Israels zu sein. In Touristeninformationen oder Reisekatalogen wird die Landeszugehörigkeitsangabe fehlen. Im Rückblick macht das Sinn, denn mit dem Palästinenserkonflikt, religiösem Leben oder grenzpolitischen  Auseinandersetzungen haben die Bewohner der Stadt nichts zu tun, sie lesen höchstens in den Zeitungen davon.

Losgelöst aus dem israelischen Gefüge macht diese Stadt unglaublich viel Spaß, die liberale und moderne Lebenseinstellung der Bewohner erfasst die Besucher sofort, die mit einer großen Start-up-Unternehmenskultur und einer großen Schwulenbewegung nicht das Bild von Israel bestätigen. Aber wie es in den Katalogen steht, so sagen es auch die Einwohner: Tel Aviv ist nicht Israel.

Nachdem unsere Gruppe die ersten Tage in der Strandmetropole verbrachte, reisten wir weiter nach Tiberia, einer Stadt am See Genezareth. Dort war alles mindestens eine Nummer kleiner, auch die Touristen waren nur dort, um den See zu sehen, über den Jesus einst gelaufen ist. Auf der anderen Seite des Sees liegen die Golanhöhen und auf der Fahrt dorthin schlängelt sich die Straße durch das  Grenzgebiet zwischen Jordanien, Syrien und Israel.

Nach mehreren Stopps hielten wir auch auf einem Aussichtspunkt 300 Meter von der syrischen Grenze entfernt. In Sichtweite dahinter konnten wir ein Dorf sehen, das sich  unter der Herrschaft des Islamischen Staates befand – ein sehr befremdliches Gefühl.

Auch Ramallah überraschte alle Reisenden. Die Stadt, die im Zentrum des Westjordanlandes liegt, war in einem besseren Zustand, als viele israelische Orte, die wir auf unserem Weg dorthin gesehen haben. Einzige Auffälligkeit waren die schwarzen Wasser Kanister, die auf allen Dächern in großer Zahl standen. Sie dienen als Speicher für Regenwasser, denn bei einer Knappheit drehen die Israelis den Palästinensergebieten das Wasser ab, die dann auf diese Reserven angewiesen sind.

Die Hauptstadt Jerusalem war – neben Tel Aviv – die Stadt, in der sich unsere Gruppe am Längsten aufhielt. Hier sieht es „mehr nach Israel aus“, so unsere Reiseleiterin Rosa Fleischmann, aber vor allen in der Altstadt zeigt sich, dass sich an diesem Ort seit Jahrtausenden die drei monotheistischen Religion begegnen – im Zentrum der Tempelberg mit Heiligtümern jeder Religion.

Nach den elf Tagen im Heiligen Land hat sich mein Horizont und mein Wissen über Israel  auf eine Art und Weise erweitert, wie ich es davor nicht für möglich gehalten hatte. All die kleinen und großen Reibereien und Konflikte, die unterschiedlichen Meinungen zur Gesellschaft und der Zukunft machen das Land für jeden Menschen spannend, der sich darauf einlässt. Doch man muss mehr gesehen haben als nur Tel Aviv – denn Tel Aviv ist alles, nur nicht typisch für Israel.

Von Hans-Georg Gottfried Dittmann

Hausgemachte Erfolgsgeschichten: Zweite Ausgabe des Kunden- und Mitarbeitermagazins „johann!“ erschienen

Die Veranstaltungsreihe „Der Blaue Teppich“, der Backwettbewerb „Cake my Day“ oder die Gründung einer betrieblich unterstützten Kindertagesstätte für die Mitarbeiter: Dies sind nur drei Beispiele aus der Unternehmensgruppe J.C.C. Bruns, die zeigen, wie aus zündenden Ideen echte Erfolgsgeschichten werden.

Darüber, und was es in den einzelnen Firmen, Beteiligungen und Projekten außerdem Neues gibt, berichtet jetzt die zweite Ausgabe des Unternehmensmagazins „johann!“. Auf 24 Seiten bietet das von der hauseigenen Corporate Publishing-Tochter Bruns Medien-Service (BMS) umgesetzte Magazin erneut Aktuelles und Wissenswertes für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner.

Wie Postsendungen pünktlich und zuverlässig zum Empfänger gelangen, erfuhr die Redaktion des „johann!“ bei einem Besuch der Citipost OWL. Das Spezialgebiet des privaten Postdienstleisters – an dem die Zeitungsverlage Mindener Tageblatt und Lippische Landes-Zeitung anteilig beteiligt sind – ist die Zustellung von Geschäftspost. Dabei nutzt die Citipost OWL die vorhandenen Strukturen der Verlage, um neben Zeitungen auch Briefe und andere Sendungen zuzustellen. Im Sortier- und Logistikzentrum in Bielefeld-Sennestadt gewährte das Tochterunternehmen spannende Einblicke in die Arbeit von Mitarbeitern und Maschinen und veranschaulichte, welche Stationen eine Postsendung durchläuft, bis sie im Briefkasten des Adressaten landet.

Für gewöhnlich befassen sich die Redakteure und Redakteurinnen des Mindener Tageblatts mit Themen, die die Menschen in heimischen Gefilden bewegen. Mitunter ergibt sich jedoch die Gelegenheit, einmal von der anderen Seite der Weltkugel aus zu berichten. So reiste Nachrichtenredakteur Karsten Versick Anfang des Jahres mit der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) nach Kenia und Äthiopien.

Die Reise richtete sich speziell an Journalisten und Journalistinnen von regionalen Tageszeitungen, die keine eigenen Korrespondentenbüros in Afrika unterhalten, ihren Lesern aber trotzdem Informationen aus erster Hand über den Kontinent bieten möchten. Für Versick war es nicht der erste Aufenthalt in Afrika. Seit 1989 besuchte er das Land viele Male. Wie sich die kenianische Hauptstadt Nairobi seit seinem letzten Aufenthalt vor 21 Jahren verändert hat, und welche Eindrücke er außerdem mit zurück nach Minden genommen hat, schildert er im neuen „johann!“.

Stephanie Klusmann

Betriebs-Kita „Löwenzahn“ bringt Familie und Beruf unter einen Hut

Die Kindertagesstätte „Löwenzahn“ wird von fünf Mindener Unternehmen – darunter das Medienhaus J.C.C.Bruns – gemeinschaftlich genutzt. Fotos: Kinderschutzbund Minden-Bad Oeynhausen

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, dieses Thema bewegt – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, vor allem aber berufstätige Eltern, die ihren Nachwuchs während der Arbeitszeit in guten Händen wissen wollen. Die Suche nach der passenden Betreuungsmöglichkeit gestaltet sich vielfach schwierig. Gut erreichbar sollte die Kita sein, das pädagogische Konzept passen und die Öffnungszeiten auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern zugeschnitten sein.

Doch Angebote, die diesen Ansprüchen gerecht werden, sind im Mühlenkreis rar. Warum also nicht selbst aktiv werden und eine eigene Kindertagesstätte für den Nachwuchs der Mitarbeiter eröffnen? Gesagt, getan! Mit dem Kinderschutzbund als Träger gründeten J.C.C. Bruns, Melitta, Wago, Hagemeyer, die Volksbank Mindener Land und Schäferbarthold 2012 die gemeinnützige Kinderbetreuungsinitiative Minden gGmbH. Anfang Februar 2013 wurde das Wohnhaus an der Lessingstraße 2 mit Grundstück erworben und nur acht Monate später feierte die Kita „Löwenzahn“ Eröffnung.

Das ganze Projekt wurde in enger Abstimmung mit dem Landesjugendamt sowie dem Jugendamt und der Wirtschaftsförderung der Stadt Minden umgesetzt, jedoch ohne öffentliche Mittel dafür zu verwenden. Das Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt rund 2,3 Millionen Euro brachten die beteiligten Unternehmen auf. Dafür steht ihnen anteilig eine bestimmte Anzahl der insgesamt 85 Kitaplätze zur Verfügung. Nicht für den Eigenbedarf benötigte Plätze werden Kindern aus dem Stadtgebiet zur Verfügung gestellt. „Aktuell sind zwei Drittel unserer Kinder ‘Firmenkinder’“, berichtet Silke Biedermann, Leiterin der Kindertagesstätte.

Betreiber der Kita ist der Kinderschutzbund, der pädagogisches Konzept und Personal stellt. Fotos. Kinderschutzbund Minden-Bad Oeynhausen

Großer Bedarf an flexiblen Betreuungszeiten für Kleinkinder

„Bei den Anmeldungen für unsere Kindertagesstätte ‚Marienkäfer’ hat sich immer wieder gezeigt, dass es einen großen Bedarf von berufstätigen Eltern an flexiblen Betreuungszeiten für Kleinkinder gibt“, erinnert sich Thomas Bouza Behm, Vorsitzender des Kinderschutzbundes Minden-Bad Oeynhausen und Leiter Medienvermarktung beim Verlagshaus J.C.C. Bruns. Viele Beschäftigte hätten nach der Geburt des Kindes den Wunsch, möglichst schnell wieder in ihren Beruf zurückzukehren, was aber oftmals nicht gelinge.  „Wir verstehen uns als familienfreundliches Unternehmen und wollen unsere Mitarbeiter auch in dieser Beziehung unterstützen. Deshalb haben wir uns gern beteiligt“, begründet Geschäftsführer Sven Thomas das Engagement der Unternehmensgruppe J.C.C. Bruns an dem gemeinschaftlichen Kita-Projekt.

In der Kita „Löwenzahn“ gibt es vier Gruppen, die von jeweils drei Vollzeit-Fachkräften betreut werden: Für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren gibt es eine Gruppe mit bis zu 25 Kindern, die „Grashüpfer“. Zwei weitere Gruppen, die „Schmetterlinge“ und die „Igel“ können mit bis zu 22 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren belegt werden. Die Igelgruppe ist eine Integrationsgruppe, in der zwei bis drei Kinder mit Behinderung von einer zusätzlichen Fachkraft betreut werden. Die „Spatzen“, wie die Kleinsten bis drei Jahre genannt werden, sind in der Regel zu zehnt und werden von drei Vollzeit-Fachkräften liebevoll umsorgt.

Das Besondere der Einrichtung sind flexibel wählbare Gruppenformen: ob 25 Kinder von drei bis sechs Jahren, 20 Kinder von zwei bis sechs Jahren, 15 Kinder von null bis sechs Jahren oder zehn Kinder von null bis drei Jahren – die insgesamt vier Gruppen können jährlich nach Bedarf angepasst werden. Auch die Rahmenbetreuungszeiten sind sehr flexibel. So ist die Kindertagesstätte montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr, im Bedarfsfall auch darüber hinaus, geöffnet und damit optimal auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern zugeschnitten. Die sogenannte „Randzeitenbetreuung“ von 7:00 bis 7:30 Uhr und von 16:30 bis 18:00 Uhr wird mit fünf Euro pro angefangene Stunde berechnet und ist nach Absprache möglich. „Die Möglichkeit, das Kind früher zu bringen oder später abzuholen, wird fast jeden Tag genutzt“, berichtet Silke Biedermann. Schließlich könne es immer mal vorkommen, dass ein Kundentermin früh morgens angesetzt wird, eine Besprechung im Büro länger dauert oder auf der Autobahn Stau ist, sagt sie. „Die Eltern sind deutlich entspannter, wenn sie wissen, dass ihre Kleinen gut aufgehoben sind. Das trifft natürlich auch auf die Kinder zu“, so Silke Biedermann.

Reibungslose Zusammenarbeit von Unternehmen und Träger

Silke Biedermann war schon in der Gründungsphase der Kindertagesstätte mit an Bord, arbeitete gemeinsam mit dem Kinderschutzbund, der Stadt und natürlich den beteiligten Unternehmen an einem tragfähigen Konzept für die neue Einrichtung, brachte Ideen und Fachkompetenz ein. „Wir wollten ein Angebot schaffen, das es in dieser Form in Minden noch nicht gibt“, erinnert sich Silke Biedermann. „Wie soll dieses Angebot aussehen? Was wird dazu benötigt? Was können wir überhaupt leisten?“ Über diese Fragestellungen mussten sich die Akteure zunächst einig werden, um das Projekt auf Kurs bringen zu können.

Silke Biedermann hat die reibungslose Zusammenarbeit mit den Unternehmen in guter Erinnerung behalten. Diese hätten zwar die Finanzierung der Kindertagesstätte übernommen und ihre Wünsche eingebracht, die konzeptionelle Ausrichtung jedoch komplett in die Hände des Kinderschutzbundes gelegt. „Genau genommen ist der ‘Löwenzahn’ keine ‘Betriebskita’, sondern eine ‘betrieblich unterstützte Kita’“, erläutert die Erzieherin.

Ein Kita-Vater der allerersten Stunde ist Jan Henning Rogge, Online-Redakteur beim Mindener Tageblatt. „Unsere jetzt vierjährige Tochter war noch nicht auf der Welt, da hatten wir sie schon im ‘Löwenzahn’ angemeldet – obwohl auch die Kita zu diesem Zeitpunkt nur auf dem Papier existierte“, schmunzelt Rogge. Die Öffnungszeiten seien einfach unschlagbar. „Ich arbeite in der Online-Redaktion im Schichtdienst und meine Frau ist ebenfalls voll berufstätig. Für uns ist der ‘Löwenzahn’ einfach optimal“, sagt er. Klar, dass „Tochter Nummer zwei“ ebenfalls in den „Löwenzahn“ geht.

Spielplatz, Park, Entdeckungstour: So oft wie möglich geht es an die frische Luft

Die Tatsache, dass fast alle Kinder den ganzen Tag im „Löwenzahn“ verbringen, stellt besondere Anforderungen an die Tagesplanung. Wie würden die Kinder den Tag verbringen, wenn sie zu Hause bei ihren Eltern wären? – aus diesem Blickwinkel heraus versuchen Silke Biedermann und ihr Team den Kindern immer wieder aufs Neue einen ansprechenden, abwechslungsreichen Tag zu gestalten. Die räumlichen Voraussetzungen sind dafür ideal: freundlich gestaltete Räumlichkeiten, die viel Platz zum Spielen, Toben, aber auch zum Verschnaufen bieten. Doch so oft es das Wetter zulässt, gehen die Erzieher mit den Kleinen allerdings an die frische Luft. „Wir haben beim Bau großen Wert auf die Gestaltung der Außenanlagen gelegt, da sich die Kinder so viel wie möglich im Freien aufhalten sollen“, erläutert Silke Biedermann.

Viele Möglichkeiten zum Laufen, Klettern, Schaukeln und Balancieren tragen dem Bewegungsdrang der Kleinen Rechnung. Auch die nähere Umgebung wird in die Planung einbezogen, um den Kindern Ausflüge in nahe gelegene Parkanlagen, Grünflächen und Spielplätze zu ermöglichen. Darüber hinaus finden regelmäßig besondere Aktionen wie Wald- oder Musiktage statt. Häufig kommen die Therapiehunde zu Besuch in die Kita oder die Kinder unternehmen mit den Erziehern eine Entdeckungstour durch Minden – zum Beispiel um die Schachtschleuse oder das Weserstadion zu besichtigen.

Weil so viele Aktivitäten und Eindrücke hungrig machen, kommt im „Löwenzahn“ jeden Mittag eine ausgewogene Mahlzeit auf den Tisch. „Unsere Kita wird vom Mensaverein der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule beliefert, der mit drei von drei Kochmützen von der Hochschule Niederrhein zertifiziert wurde“, betont Silke Biedermann. Das bedeutet: Eine kindgerechte Auswahl und Zubereitung der Speisen, keine Fertiggerichte, -suppen oder -soßen mit kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffen, stattdessen viel frisches Obst und Gemüse aus saisonalem Angebot, qualitativ hochwertige Fleisch- und Fleischprodukte.

„Jedes Kind ist anders, wir möchten es in seiner Persönlichkeit stärken, dazu motivieren, Neues auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu machen“, umreißt Silke Biedermann den pädagogischen Ansatz. „Vor allem aber wollen wir ihnen eine Welt außerhalb ihres Elternhauses bieten, in der sie sich wohl- und geborgen fühlen, leben und erleben können und jede Menge Spaß mit anderen Kindern haben“, betont sie. Dabei liegt ihr ein Aspekt besonders am Herzen: Das Vertrauen zwischen Eltern, Kindern und Erziehern. „Uns ist es wichtig, dass sich neben den Kindern auch die Eltern bei uns wohl fühlen und uns vertrauen“, sagt Silke Biedermann.

Von Stephanie Klusmann, Redakteurin Bruns Medien Service

(Vorabveröffentlichung aus dem Kunden- und Mitarbeitermagazin „Johann!“, Ausgabe Nr. 2, Juni 2017)