Meine Woche: Moldau statt Minden – Arbeiten, wo niemand Urlaub macht

Ilja Regier

Zwischen Palmen und Kokosnüssen leben digitale Nomaden den Traum der ortsunabhängigen Kreativen in Thailand oder auf Bali: Sie arbeiten dort, wo andere Urlaub machen. Mir blüht eine andere Konstellation. Ich arbeite und recherchiere in dieser Woche dort, wo niemand (!) Urlaub macht – in der Republik Moldau, auch bekannt als Moldawien.

Diese Republik gehört nicht nur zu den ärmsten Ländern Europas. Statistisch gesehen, zieht sie auch die wenigsten Touristen in Europa an. Warum das der Fall ist? Das werde ich mit anderen Nachwuchsjournalisten herausfinden. Und trotz eines „sehr gut“ beim Geografie-Test in der fünften Klasse gebe ich offen zu: Vor der Reise musste ich im Atlas sichergehen, wo genau sich dieses Fleckchen Erde befindet. Richtig, im Osten Europas, ach ja, zwischen Rumänien und der Ukraine.

Beim Bügeln der Hemden (Besuche im Parlament stehen an) liefen zur Vorbereitung alle zu findenden Moldau-Dokumentation. Bevor der Koffer dann gepackt war, las ich längst alle erhältlichen Moldau-Artikel. Aufgespürt habe ich auch einen Juristen aus Minden, der häufiger dort ist und hilft, dass die Republik zum Rechtsstaat wird. Mehr dazu bald an einer anderen Stelle im Blatt.

Als die Vorbereitungen abgeschlossen sind, irritiert mich vor der Reise doch noch ein nicht unwesentliches Detail. Vor dem Eintreten einiger Gebäude müssen Handy und Kamera abgegeben werden, teilt der Organisator mit. Das klingt verdächtig nach China oder DDR. Ich freu mich trotzdem – und werde berichten, wenn es wieder heißt: Minden statt Moldau.

Von Ilja Regier, Volontär

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