Drei Fragen an Heinz Bartels: „Das DRK macht nicht nur ein Pflaster drauf“ (#200in365, No.45)

(© Benjamin Piel)

Der Ortsverein Dankersen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kämpft gegen Probleme, die viele Vereine kennen: Überalterung und ein weniger ausgeprägtes Interesse der Jüngeren, Verpflichtungen einzugehen. Der Vorsitzende Heinz Bartels hofft auf ein Ende des Trends.

Der DRK-Ortsverein Dankersen hat 530 Mitglieder. Was tun Sie, damit es nicht weniger werden?

Wir verlieren im Jahr 30 bis 50 Mitglieder. Das darf so nicht weitergehen. Wir haben deshalb die Mitgliedschaft in unserem Ortsverein verknüpft mit dem Angebot des DRK-Flugdienstes. Wer im Ausland erkrankt, wird nach Deutschland zurückgeflogen. Eine Frau, die bei uns Mitglied ist, ist übrigens schon aus Australien ausgeflogen worden.

Was macht Ihnen sonst noch das Leben schwer?

Das DRK macht nicht nur ein Pflaster drauf und das war’s dann. Wir haben viele Aufgaben und oft sind die Mittel eng. Wir haben 15.000 Euro aus eigenen Mitteln investiert, um unsere Fahrzeuge auf Digitalfunk umzurüsten. Für 35.000 Euro haben wir einen gebrauchten Krankenwagen gekauft. Das war die größte Investition des Vereins in seiner 117-jährigen Geschichte. Wir wünschten uns, da wäre ein Umdenken und wir bekämen für so etwas Fördermittel.

Steht diese Forderung für Sie auch im Zusammenhang mit der Wertschätzung des Ehrenamts?

Es gehört schon einiges an Idealismus dazu, wenn jemand in seiner Freizeit bei einer Veranstaltung im Sanitätsdienst arbeitet. Ohne diesen Einsatz wären einige Veranstaltung gar nicht möglich. Wie wertvoll das Ehrenamt ist, sagen alle. Aber in der Realität wird die Wertschätzung oft nicht sehr groß geschrieben.

Von Benjamin Piel, Chefredakteur

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