Das MT wartet auf Nachwuchs: Erstes Storchenpaar brütet auf der Druckerei

Sieben Jahre war das Nest am Trippeldamm verwaist, jetzt brüten dort zum ersten Mal Störche. (© Foto: Alfons Bense)

Frei anfliegbar, mit Rundumsicht und nur ein paar Meter weiter das Schlaraffenland Bastauwiesen: Eigentlich ist der Storchenhorst auf der MT-Druckerei am Trippeldamm klassische 1a-Lage. Trotzdem dauerte es sieben Jahre, bis Störche erstmals das „MT-Penthouse” bezogen: Ende März ließ sich dort ein Paar für den Nestbau nieder.

Und offenbar hat es auch gleich gefunkt: Storchenexperte Alfons Bense geht davon aus, dass das Paar seit dem 21. April brütet. Ein Vogel sitzt seitdem ständig auf den Eiern und steht nur auf, um diese kurz zu drehen. Nach 32 Tagen schlüpft dann klassischerweise der Nachwuchs. Die MT-Druckerei dürfte demnach bald Storchenküken auf dem Dach haben.

Ob die dann auch wirklich ausfliegen, steht aber noch in den Sternen, denn die Eltern sind unerfahren. Für beide ist es laut Bense das „erste Mal”. Er (Ringnummer 2T636) ist drei Jahre alt und schlüpfte auf dem Horst der Familie Koch in Hille-Holzhausen. Sie (Ringnummer 4T521) ist erst zwei Jahre alt und stammt aus dem Horst der Familie Quellmalz in Todtenhausen. Beide wurden damals von Bense beringt. Und weil das weibliche Tier noch so jung ist, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass die Brut misslingt. „Das Weibchen ist gerade so an der Grenze, dass es brüten kann”, sagt der Experte.

So oder so sei es ein gutes Zeichen, dass im Horst gebrütet wird. „Das erhöht die Chance, dass er auch im kommenden Jahr wieder angeflogen wird.”

2011 errichtete der Verlag J.C.C. Bruns die Nisthilfe auf dem Logoturm des Büro- und Druckzentrums am Trippeldamm gemeinsam mit dem Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche”. Damals stiegen die Storchenzahlen im Kreis langsam wieder an. Sechs Jahre zuvor hatten Störche bereits eine geköpfte Pappel einen Kilometer westlich angenommen. Doch neben wenigen einzelnen Storchenbesuchen blieb das neue Nistangebot beim MT kaum beachtet.

Die Zeitung berichtete jahrzehntelang von den Weißstörchen im Kreis Minden-Lübbecke. Insbesondere die Rolle des Storches als Frühlingsbote stieß immer wieder Erstmeldungen an. „Heute sind die alten Zeitungsbeiträge eine wichtige Quelle, die historische Entwicklung der heimischen Storchenwelt nachvollziehen zu können”, sagt Bense.

In Zusammenarbeit mit dem Aktionskomitee bietet das MT neben lokalen Berichten seit 1995 zweimal jährlich jeweils zu Pfingsten und zu Weihnachten ausführliche kreisweite Zusammenfassungen. Texte, Bilder und die Verbreitungskarte der Störche informieren heute zum 45. Mal über die aktuelle Storchenszene, seit 2014 im Panoramaformat.

Mehr Informationen zu den Störchen finden Sie auf MT.de

Von Nadine Schwan und Nina Könemann, Digitalredaktion

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