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„Meine Woche“: Ein Neuanfang – Thema: Eröffnung der Nordumgehung

Thomas Lieske

Die Freigabe der Nordumgehung in Bad Oeynhausen in dieser Woche könnte ein Neuanfang für die verkehrsgeplagten Menschen dieser Stadt sein. Viele Hoffnungen ruhen auf dem 9,5 Kilometer langen Teilstück, das den Lückenschluss zur A 30 vollenden und damit Tausende Autos und Lkw von den engen Straßen verbannen soll. Richtig spannend: Ausgerechnet ein Verbindungsstück einer Autobahn soll für mehr Lebensqualität sorgen. Ob es wohl gelingen wird, die Belastung durch den Verkehr zu mindern, die Abgase direkt in der Stadt zu verringern, den Bewohnern ein Stück Ruhe zurückzugeben?

Auch für mich ist es diese Woche ein Neuanfang – ein richtig spannender. Als neuer Redakteur für das MT werde ich ab heute verstärkt nach Porta schauen, aber auch in die anderen Regionen meines neuen HeimatLandkreises. Deshalb kann ich schon jetzt ganz gut mit den Menschen in Bad Oeynhausen mitfühlen. Warten sie doch schon viel zu lange auf die dringend nötige Entlastung ihrer Wohngebiete. Diese gefühlte Ewigkeit habe ich zwar nicht gewartet. Aber mit dem beruflichen Neustart in Minden geht für mich trotzdem mein Wunsch nach etwas Neuem in Erfüllung.

Ich freue mich: auf die Region, auf die Menschen, deren Geschichten, neue Gesichter, tolle Themen, die neuen Kolleginnen und Kollegen! Einfach darauf, die neue Region näher kennen zu lernen – bei vielen tollen Gesprächen. Die Eröffnung der Nordumgehung in dieser Woche steht schon in meinem Terminkalender. Ein auch symbolisch sehr passender Termin für meinen Start, wie ich finde.

Von Thomas Lieske, Lokalredaktion

Meine Woche: 10.000 Zeichen Glück


Wenn er 10.000 Zeichen am Tag geschrieben habe, dann habe er richtig in die Tasten gehauen und diszipliniert geschrieben. Dann habe er ordentlich was geschafft, das sagte mir mal ein Freund und Autor. Immerhin gibt es schon mehrere Bücher von ihm. Und von mir?

Ich habe auch schon viel geschrieben, aber wenig, was den Tag überdauert – und selten eine ganze Woche. Und außerdem denken wir Journalisten in Zeilen. Zeitungszeilen.

Ein Ex-Kollege in einer Redaktion einer größeren Stadt sagte morgens in der Konferenz, er habe noch 300 Zeilen zu schreiben. Dann war er aus dem Schneider, und die Chefs drückten ihm nicht zusätzliche Arbeit, ungeliebte Termine mit noch ungeliebteren B- und C-Promis oder solchen, die sich dafür hielten, aufs Auge. 300 Zeilen, das hieß bei 80 Zeilen Obergrenze für Artikel in jener Redaktion und bei 35 Anschlägen pro Zeile (Leerzeichen mitgezählt) vier Aufmacher und … 10.500 Zeichen plus Anschläge für Überschriften Bildunterzeilen etc. Der Ex-Kollege und mein Freund hatten also – quantitativ betrachtet – den selben Gradmesser für Produktivität – und Glück.

Und ich? Ich habe dann mal eine paar gute Tage rausgegriffen und war überrascht. 12.000 Zeichen, 14.000 und gar 15.000. Es geht also – und es waren anstrengende Tage, durchgepowert, keine Mittagspause, zum Glück wenig Störungen, spät nach Haus. Aber produktives Schreiben beglückt in diesem Job, der viel Spontaneität erfordert und Stress beinhaltet. So wie neulich, da hatte so ein befriedigendes Gefühl, so aus dem Bauch heraus. Deshalb habe ich gerade mal gezählt – oder besser: zählen lassen, das Textverarbeitungsprogramm nämlich. 13.774 Zeichen. Ja, mein Freund und Buchautor, da hat man was geschafft. Dafür musste auch unser Mittagessen dran glauben.

Doch dann eine ganze Woche lang wenig in der Zeitung, gerade mal ein Kommentar, ein Text aus traurigem Anlass und sonst Kleinkram. 9.518 Zeichen. Kümmerlich.

Aber ganz, ganz viele Leserbriefe redigiert. Die Leser waren unglaublich produktiv. Das kostet Zeit, das kostet manchmal auch Nerven. Aber auch das ist ein hohes Gut dieser Zeitung und derer, die daran arbeiten: die Meinung der anderen! Und einige habe ich vermutlich glücklich gemacht: insgesamt 20.220 Zeichen in der Zeitung. Quasi die doppelte Tagesration.

Und ich habe mit einigen korrespondiert – 12.563 Zeichen. Und mit Kollegen – 4.613 Zeichen. Und für den Betriebsrat Protokolle geschrieben – 10.833 Zeichen. Also war die vergangene Woche doch gar nicht so unproduktiv.

Aber diese Woche wird erst richtig gut. Denn der Kollege, für den ich vertretungsweise die Leserbriefe betreut habe, kommt aus dem Urlaub zurück, die Sommerferien sind vorbei, und ich habe Lust auf 50.000 Zeichen.

Von Jürgen Langenkämper, Lokalredaktion