Matthias Kalle: Vom freien Mitarbeiter beim MT zum Buchautor und stellvertretenden Chefredakteur des „Zeit“-Magazins

Matthias Kalle (rechts) hat ein Buch über seine Jugend in Minden geschrieben. Fotos: Schiller-Design (l.), Jonas Lindstroem

Matthias Kalle (42) hat vor mehr als 20 Jahren seine ersten journalistischen Gehversuche beim Mindener Tageblatt gemacht, damals noch als Schüler des Besselgymnasiums. Mit Grauen erinnert er sich bis heute an eine Country-Veranstaltung in Mindens großer Mehrzweckhalle – das war nun gar nicht seine Musik. Und seine Szene erst recht nicht …

Heute ist Matthias Kalle nach einer journalistischen Karriere, die ihn von „jetzt“ über den „Tagesspiegel“ und „Zitty“ führte, stellvertretender Chefredakteur des „Zeit“-Magazins. Nebenher (?)  schreibt er Bücher. Zum Beispiel hat er mit „Als wir für immer jung waren“ (erscheint am Donnerstag, 23. März im S. Fischer Verlag) gerade eins über Erinnerungen an seine Jugend in Minden veröffentlicht, die seiner Beobachtung nach von vielen auch ganz anderswo aufgewachsenen Angehörigen seiner Generation geteilt werden. „Wir sind nämlich gar nicht so verschieden, wie wir immer glauben“, hat er Ilja Rgeier erzählt, der ihn heute für unsere lokale Seite 3 interviewt hat.

Am Erscheinungstag Donnerstag, 23 März wird Matthias Kalle ab 18 Uhr im Besselgymnasium aus seinem Buch vorlesen. Der Eintritt ist frei.

Link zum MT-Interview „Weißt Du noch?“ von Ilja Regier mit Matthias Kalle (Plus-Inhalt)

Gespräche mit Redakteuren, Blick hinter die Kulissen: Die MT-Lokalredaktion bietet wieder Leserrunden

Blick in die MT-Redaktion (hier der Newsdesk)  – wie hier gearbeitet wird, auch darüber können sich Leserinnen und Leser erneut bei zwei von der Redaktion angebotenen Seminaren informieren. Archiv-Foto: Lehn

Wie komme ich mit meinen Anliegen in die Zeitung? Wie arbeitet die Redaktion? Woher kommen eigentlich die ganzen Nachrichten?  Wie wichtig sind Facebook und Co. heute? Um solche und viele andere Fragen geht es bei den MT-Leserseminaren, die die Lokalredaktion seit Jahren regelmäßig anbietet. Auch in 2017 gibt es dafür wieder zwei Termine, zu denen die Lokalredaktion alle Interessierten einlädt.

In kleinen Gruppen können die Leserinnen und Leser bei dieser Gelegenheit untereinander und mit MT-Redakteurinnen und -Redakteuren ins Gespräch kommen. Eingeladen sind alle, die sich für Themen rund um aktuelle Nachrichten, Berichte aus dem Leben und über die Menschen der Heimat  interessieren – besonders auch Pressesprecher von Vereinen und Gruppen. Die Themenspanne reicht je nach Interesse der Teilnehmer von „Wie schreibe ich eine Ankündigung“ bis zu Informationen über sich verändernde Erwartungen von Lesern und Internet-Nutzern  in Zeiten, zu denen digitale Medien immer wichtiger werden.

Termine: Samstag, 22. April, und Samstag, 16. September, jeweils von 10 bis ca. 12.30 Uhr, Ort: Mindener Tageblatt, Obermarktstraße.

Anmeldungen  unter (0571) 882-145 oder unter service@mt.de, Stichwort „Leserseminar“, bei Vanessa Schmökel oder Katrin Esau. Die Zahl der Teilnehmer ist auf jeweils 15 begrenzt.

Darüber hinaus ist es auch möglich, sich als Gruppe für ein eigenes Leserseminar anzumelden. Gern können Vereine auch Redakteure zu einem Besuch bei sich einladen. In diesen Fällen sollten die Interessierten direkt Kontakt zur Lokalredaktion aufnehmen und individuelle Termine vereinbaren.

Von Monika Jäger, Leiterin der Lokalredaktion

Leckerbissen: Besucherandrang beim MT-Backwettbewerb „Cake my Day“

Der Piratenkuchen der Back-AG der Grundschule Nordhemmern. MT-Foto: Sebastian Külbel

Minden (mt). Kunstwerke aus Teig, leckere Kalorienbomben und fabelhafte Geheimrezepte haben auch zur zweiten Auflage von „Cake my Day“ wieder hunderte Menschen ins Mindener BÜZ gelockt. Der Backwettbewerb für den guten Zweck fand im Februar 2016 zum ersten Mal statt, die damals hohe Teinehmer- und Besucherzahl wurden am Sonntag deutlich übertroffen. Insgesamt 59 Wettbewerbsbeiträge waren bereits am Vormittag von den angemeldeten Teilnehmern angeliefert worden. Vorsichtig legten die Hobbybäcker letze Hand an ihren Kreationen an, gaben ihnen dekorativ noch den letzten Schliff. Ab 12 Uhr wurde es dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit ernst: Die zehnköpfige Jury, bestehend aus Konditormeistern der Nascherei, Bäckermeistern der Bäckerei Bertermann, den Foodbloggerinnen „Die Küchen-Miezen“ und Expertinnen der Landfrauen Minden-Lübbecke und vom DHB-Netzwerk Haushalt in Minden, gingen mit allen Beiträgen kritisch ins Gericht.

Besonders beeindruckt war das Gremium von den vielen kreativen Einfällen der jungen Teilnehmer: Eine komplett bunte Einhorntorte, ein Dschungel mit kleinen essbaren Figuren oder eine einsame tropische Insel in Kuchenform beeindruckten nicht nur die Jury. Auch geschmacklich spielte der Backnachwuchs in der oberen Liga mit.

Auch in diesem Jahr zeigten die Teilnehmer der Kategorie 1 (Festliche Torten) íhre Kunstfertigkeit: Filigrane Blüten, winzige Details und aufwändige Aufbauten hatten die Preisrichter zu bewerten. Hierbei legten sie besonderen Wert auf genaue und saubere Ausführung der Arbeiten und den Grad an Handarbeit.

Besonders begeistert waren die vielen Gäste, die zum Kuchen essen gekommen waren von der geschmacksorientierten Kategorie „Schmeckt wie bei Oma“. Hier lieferten sich mehrere Kuchen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Rennen um Platz drei musste die Jury lange diskutieren, biss die Platzierung fest stand – überhaupt stellten die Profis am Ende fest, dass das Teilnehmerfeld erstaunlich dicht beieinander lag.

Eine Neuauflage des Wettbewerbs ist für 2018 geplant.

Krümel am Rande der Tortenschlacht

Gerissene Kuchen, zu hohe Backtemperaturen, viele Besucher und ein runde Summe für den guten Zweck – der zweite Backwettbewerb des Mindener Tageblatts hatte viele schöne Momente.

800 Euro

Rund 800 Euro an Spenden für den Förderverein der Mindener Stadtbibliothek sind zusammengekommen. Möglich gemacht haben dass die Teilnehmer, die ihre wunderschönen und leckeren Kreationen für den Wettbewerb gestiftet haben. Ein neuer Leseteppich für die jüngsten Bibliotheksbesucher sollte damit drin sein.

Risse im Kuchen

Zwei Kuchen hatten Pech auf dem Weg zum BÜZ: Die Autofahrten hatten Spuren hinterlassen. Da es in den Kategorien zwei und drei jedoch hauptsächlich auf den Geschmack ankam, war der Schaden zu verschmerzen.

Außer Konkurrenz

Mit einem Käsekuchen hatte sich MT-Volontär Ilja Regier als Back-Neuling außer Konkurrenz in den Wettbewerb „gemogelt“. Geschmacklich nicht schlecht, befand die Jury, zehn Minuten weniger im Ofen hätten aber nicht geschadet.

Die Geschichte zu Ilja Regiers ersten Kuchen lesen Sie hier (klicken!).

Viele Besucher

Mindestens 500 Menschen besuchten über den Nachmittag verteilt die Veranstaltung. Der große Erfolg hat auch eine Schattenseite – teilweise mussten die Gäste länger warten um einen Blick auf die Kuchen werfen zu können oder ein Stück zu ergattern. Die Meisten geduldeten sich für den guten Zweck aber gerne. Die Veranstalter überlegen nun, wie sie den Aufbau für eine Neuauflage 2018 verbessern können.

Eine Fotostrecke mit allen Kuchen im Wettbewerb finden Sie hier (klicken!).

„Zeitungsqualitäten 2017“: Tageszeitung bleibt gedruckt wie digital ein hoch geschätztes Informationsmedium

Infografik: ZMG

Große Reichweite auf allen Kanälen, intensive Nutzung, positive Wahrnehmung auch der Werbung: Das sind Eigenschaften der Zeitung, die die ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft mit ihrer jetzt veröffentlichten Studie „Zeitungsqualitäten 2017“ dokumentiert.

Danach lesen 78 Prozent der Bundesbürger lesen die gedruckte oder digitale Zeitung – und sie tun dies intensiv. 40 Minuten konzentrierte Lektüre widmen Leser ihrer Zeitung täglich. Dabei gilt die Aufmerksamkeit nicht nur der gedruckten Ausgabe. Vor allem bei der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen punkten die Zeitungen mit ihren digitalen Angeboten. Drei Viertel von ihnen nutzen regelmäßig Zeitungsangebote in Print oder Web.

 

Die „Zeitungsqualitäten 2017“ belegen einmal mehr die besondere Stärke der regionalen Zeitungen. Für 64 Prozent der Befragten sind sie unverzichtbar für die Berichterstattung vor Ort. Zudem gelten sie als ein regionaler Akteur, der mehr Vertrauen genießt als alle anderen Medien.

Infografik: ZMG

Die ZMG dokumentiert mit den Zeitungsqualitäten, dass weniger der Übertragungskanal als vielmehr die dahinter stehende Marke Einfluss auf die Bewertung durch die Mediennutzer hat. Kernkompetenzen wie Gründlichkeit und Glaubwürdigkeit attestieren die User den Onlineauftritten der Zeitungen ebenso wie dem Printprodukt.

Mehr Informationen zur Zeitungsnutzung und der Werbeleistung der Zeitungen bieten die Infografiken der „Zeitungsqualitäten 2017“ auf www.die-zeitungen.de.

Infografik: ZMG

Cake my Day: MT-Volontär Ilja Regier wagt sich an seinen ersten Kuchen

Kuchen esse ich gerne, das gebe ich offen zu. Bisher stand ich ganz am Ende der Nahrungskette – als Konsument, nicht Produzent. Selber gebacken habe ich noch nie. Als die Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion mir diese Aussage entlocken, ist klar: Sie haben ein Opfer gefunden. „Dann mal ran, unser Wettbewerb Cake my Day bietet sich genau dafür an.“ Was habe ich mir da eingebrockt?

Fertige Backmischungen sind nicht erlaubt. Die Mohrenkopftorte – idiotensicher in der Herstellung – enthält Sahne und darf deswegen nicht eingereicht werden. Die Bedingungen sind streng, die Organisatoren unbestechlich. „Auch bei dir dürfen wir keine Ausnahme machen“, heißt es. Ich muss also richtig backen, meine Tricks eignen sich nicht. Zum Glück hilft mir eine Assistentin.

Die Redaktion hat ganze Arbeit geleistet und den Kuchen nach wenigen Augenblicken vertilgt. Foto: Jan Henning Rogge

Legen wir los. Ich organisiere mir ein Rezept von diesem Käsekuchen, den ich besonders gerne verspeise. Beim Einkauf für die Zutaten gehen die Probleme los. Ein Fläschchen „Butter-Vanille-Aroma“ steht auf meinem Zettel. Was soll das sein? Fläschchen Bier kenne ich, aber Aroma? Als ich das Produkt gefunden habe, wundere ich mich, was da als Fläschchen bezeichnet wird. Dieses Aroma-Gefäß, circa acht Zentimeter lang, ist eindeutig ein Röhrchen – kein Fläschchen.

Zurück in meiner Küche streife ich mir ganz professionell im ersten Schritt die Kochschürze über, während der zweite Schritt mich schon gnadenlos überfordert. Wie trenne ich das Eigelb vom Eiweiß – und warum mache ich das, wenn ich ohnehin beides später in einem Topf verrühren werde? Ich bekomme einen Hinweis, lerne dazu, halbiere ganz vorsichtig die Eierschalen und schütte den Inhalt immer wieder in die jeweils andere Schale – bis Weiß und Gelb endgültig getrennt sind.

Wie im Labor wiege ich die anderen Zutaten ab, führe sie in einem Behälter zusammen und der Mixer kommt zum Einsatz. „Du wirst die Küche versauen“, hat meine Assistentin schon zu Beginn befürchtet – sie könnte Recht behalten. Weil es möglichst schnell gehen soll, stelle ich die Turbo-Funktion beim Mixen ein – keine gute Idee. Ich erinnere mich, dass es solche Schweißerbrillen gibt. So eine hätte ich aufsetzen sollen, einen Durchblick habe ich nicht mehr. Sämtliche Teigstücke fliegen in mein Gesicht. Mangelnden Einsatz kann mir niemand vorwerfen.

Beim Unterheben bin ich überfragt, das stempele ich als Fachchinesisch ab. Das Eiweiß schäumt nicht, wie es in der Anleitung heißt, nachdem ich wild mit einem Schneebesen hantiere und mir beinahe mein Handgelenk breche. Und wie stelle ich den Backofen auf Umluft ein? Zwei Symbole ähneln sich. Bloß nicht das Dreieck mit dem Zacken wählen, lautet ein Tipp im Internet – das sei die Grillfunktion. Und Kuchen, da bin ich einverstanden, müssen nicht zwingend gegrillt werden.

Trotz aller Erschwernisse und Fettnäpfchen, in die ich trete, schlage ich mich bei meinem ersten Versuch wacker. Die Springform mit dem Teig schiebe ich schließlich in den Backofen. Eine Stunde und 15 Minuten benötigt „mein Baby“, dann ist der Kuchen gar.

Am nächsten Tag wähle ich jene Kolleginnen und Kollegen, die mich zum Backen animiert haben, als Versuchskaninchen aus. Wie wird ihnen der erste Kuchen meines Lebens schmecken? Wird die Redaktion womöglich Magenschmerzen bekommen? Ich stelle meine Kreation in die Mitte des Raumes. Eine Stunde später ist die Kuchenplatte leer gefegt. Es scheint zu schmecken, vernehme ich.

Für den Backwettbewerb, für den ich mich bewiesen habe, stapele ich dennoch tief und starte außer Konkurrenz. Im Normalfall zeige ich Ehrgeiz und visiere immer das oberste Treppchen an. Hier reicht mir als Back-Grünschnabel der olympische Gedanke – dabei sein ist alles.

Von Ila Regier, Lokalredaktion

Die Homepage des Backwettbewerbs gibt es hier: www.cakemyday.info