Zu wenig Resonanz: MT schließt Abgeordneten Blog

Eine Plattform, auf der Abgeordnete von ihrer Arbeit berichten und miteinander und ihren Wählern darüber diskutieren sollten - das war die Idee. Zuletzt wurde von diesem Forum allerdings so gut wie kein Gebrauch mehr gemacht. Repro: MT

Eine Plattform, auf der Abgeordnete von ihrer Arbeit berichten und miteinander und ihren Wählern darüber diskutieren sollten – das war die Idee. Zuletzt wurde von diesem Forum allerdings so gut wie kein Gebrauch mehr gemacht. Repro: MT

Der letzte Eintrag stammt vom 26. Juni 2015, seither hat sich im Blog “Für uns in Düsseldorf. Der Abgeordneten-Blog aus dem Landtag” nichts mehr getan. Weder Parlamentarier noch Kommentatoren veröffentlichten Beiträge. Die Chefredaktion hat mit Hinweis darauf jetzt den Abgeordneten mitgeteilt, dass sie die vom MT seit 2012 zur Verfügung gestellte Plattform in der kommenden Woche einstellen will.

Protest erhob sich nicht, auch kamen keine – mit der Ankündigung der Einstellung erbetenen – Gegenvorschläge für eine Erneuerung oder Weiterentwicklung. Offenbar ist man auch in den heimischen Abgeordneten-Büros zu der Erkenntnis gekommen, dass es in Zeiten von Facebook und Co unkompliziertere und – auch das – populärere digitale Kanäle zur heimischen Wählerschaft gibt.

MT-Chefredakteur Christoph Pepper dankte deshalb den Parlamentariern für ihre zunächst durchaus aktive und engagierte Teilnahme an diesem “Experiment in politischer Kommunikation zwischen Mandatsträgern und ihrer Wählerschaft”. Er äußerte Verständnis für die Gründe und verwies darauf, dass die Abgeordneten durchaus weiter die Möglichkeit haben, auf MT.de – jenseits der selbstverständlich weiter stattfindenden regulären redaktionellen Berichterstattung – auch direkt über ihre Arbeit zu informieren: Wie allen anderen registrierten Nutzern steht ihnen das Leserreporter-Tool “Mein MT” zum Upload von als Leserbeiträgen gekennzeichneten Berichten und Fotos zur Verfügung.

Auch der “Berlin-Blog” der heimischen Bundestagsabgeordneten war bereits vor geraumer Zeit aus ähnlichen Gründen eingestellt worden, nachdem er – vor allem in der Anfangsphase – eine Zeitlang durchaus rege genutzt worden war.

Pepper in seiner ersten Mail an die Düsseldorfer Abgeordneten: “Das Internet verändert sich ständig. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir dem in unserem Angebot Rechnung zu tragen versuchen. Nach wie vor halten wir – schon aus unserer publizistischen Verantwortung heraus – die Idee einer Blog-Plattform für heimische Autorinnen und Autoren unterschiedlichster Interessen, gerade aber auch Mandatsträgern, für verfolgenswert. Wir sind auch gerne bereit, bei entsprechendem Interesse Ihrerseits an dieser Idee weiter zu arbeiten und andere Lösungen zu finden. Die gemeinsame Plattform  allerdings hat sich offensichtlich überlebt.”

Das sahen übrigens offenbar auch die Nutzer so, denn die – selbstkritisch sei eingeräumt – auch nicht leicht auffindbaren Seiten der Blogs wurden deutlich weniger aufgesucht als die regulären redaktionellen Seiten auf MT.de.

 

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