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Auf dem Weg zum Aroma – Der blaue Teppich – ausgerollt bei Melitta

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„Der Blaue Teppich“ ist eine Veranstaltungsreihe des Mindener Tageblatts in Zusammenarbeit mit hiesigen Firmen. Allen Interessierten bietet sich in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, neue Einblicke in Unternehmen zu erhalten und hinter die Kulissen zu blicken.

Wann hat man schon einmal die Chance, sich mit einem ausgewiesenen Fachmann über die geschmackvollste Zubereitung der morgendlichen Tasse Kaffee auszutauschen? Den Besuchern des „Blauen Teppichs“ bot sich im Hause Melitta genau diese Gelegenheit – und wurde zum angeregten Austausch genutzt.
Gesprächspartner Jan Van Riet ist Geschäftsführer des Unternehmensbereichs Melitta Europa – Geschäftsbereich Haushaltsprodukte – und damit auch ein anerkannter Experte für „perfekten Kaffeegenuss“. Er stand in exklusiv kleiner Runde nicht nur Rede und Antwort, sondern erwies sich mit spannenden Hintergründen und sachkundigen Erläuterungen selbst als echter Connaisseur des schwarzen Muntermachers.

melitta-2Der Name Melitta steht als Gattungsbegriff für Filtertüten und den damit verbundenen Kaffeegenuss. Und: Als Marke mit Weltgeltung steht Melitta auch für die Stadt Minden, der das Familienunternehmen seit 1929 verbunden ist. Dabei gehört der Standort an der Ringstraße so selbstverständlich zum Stadtbild, dass es selbst Einheimische überrascht, zu erfahren, dass hinter der verglasten Fassade das Herz der europäischen Filtertüten-Produktion schlägt.
Gezählt sind die Anlässe, zu denen sich die Türen zur Papier- und Filtertüten-Produktion öffnen. Als Besucher des Blauen Teppichs erlebten MT-Leserinnen und -Leser eine der seltenen Ausnahmen. Michael Kück, Qualitätsexperte bei Melitta, begleitete den Weg vom Zellstoff bis zu Filtertüten.

melitta-32In großen naturfarbenen, gepressten Blöcken kommt der Rohstoff für das Papier: Dieser Zellstoff wird so lange in Wasser gelöst, bis der großen Block in unendlich viele winzig kleine Papierfasern zerfallen ist. Im Wasser gelöst werden die spindelförmigen Fasern egalisiert und gemahlen und fließen zu einem Sieb. Sehr stark verdünnt werden sie auf dieses Sieb aufgetragen. Anschließend wird in der Maschine das Wasser wieder entzogen und das Papier getrocknet. Dabei legt es mehrere hundert Meter zurück und auf großen Walzen mit einer Oberflächentemperatur von 130 Grad zu Ende getrocknet.

Ideale Zutaten – perfekt kombiniert

Nach 45 Minuten ist der Stoff, aus dem die Filtertüten sind, auf eine 3,5 Tonnen schwere Papierrolle gebracht. 56 Gramm pro Quadratmeter bringt das Filterpapier dann auf die Waage – und ist damit um einiges schwerer als das Papier, auf dem das Mindener Tageblatt gedruckt wird.
Viel zu bieten haben beide: Die Filtertüten, die in verschiedenen Größen aus gebleichtem oder ungebleichtem Papier hergestellt werden. Dazu gesellt sich als dritte Sorte ein Filterpapier, das aus Bambusfasern produziert wird. Wieder über Maschinen wird das just nebenan hergestellte Papier mit Aromaporen versehen, geprägt und die Filtertüten aus Papierbahnen ausgestanzt.

melitta-35An dieser Stelle wird die Gewissensfrage nach der Falz laut: Sollte der Boden der Filtertüte vor dem Einsetzen in den Kaffeefilter gefaltet werden – oder nicht? Die Antwort der Experten ist eindeutig: „Ja, der Boden der Filtertüten sollte auf jeden Fall gefaltet werden. Sollte dieser Vorgang aber einmal vergessen werden, legt sich der Boden des Kaffeefilters beim Füllen mit Kaffee und Wasser auch automatisch um.“
Ebenso wichtig war den Besuchern des „Blauen Teppichs“, welches Wasser für die Zubereitung des Kaffees ideal sei. Die Antwort ist ernüchternd: Das Mindener Wasser ist zu hart für den perfekten Kaffeegenuss. Wer hier auf weichere Varianten zurückgreift, erzielt deutlich bessere Ergebnisse. Van Riet nahm die Besucher bei dieser Gelegenheit mit auf eine kleine Entdeckungstour: Wussten Sie, dass die Skandinavier ihren Kaffee säurebetont mögen und deshalb gern mit Milch trinken? Dass der Zucker im Espresso für den besonderen Reiz sorgt? Dass Kaffee 800 verschiedene Aromastoffe enthält – und damit gehaltvoller ist als ein Rotwein?
All diese Faktoren berücksichtigt Melitta bei der Entwicklung und Herstellung seiner Filtertüten. Für das perfekte Geschmackserlebnis ist beispielsweise entscheidend, wie durchlässig die Filtertüte® für Kaffeeöle ist. Schon deshalb arbeitet man bei Melitta unermüdlich an der Qualität der Produkte. Und die gehen seit fast neun Jahrzehnten in alle Welt. Von der Ringstraße aus.

Von Sabine Morche

Vom Feuer zum Strom

Der blaue Teppich – ausgerollt im E.on Kraftwerk Heyden in Lahde
„Der Blaue Teppich“ ist eine Veranstaltungsreihe des Mindener Tageblatts in Zusammenarbeit mit hiesigen Firmen. Allen Interessierten bietet sich in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, neue Einblicke in Unternehmen zu erhalten und hinter die Kulissen zu blicken.

Mit beeindruckenden Werten zum wichtigen Wirtschaftsfaktor

Der Leitstand: Hier wird die Kraftwerksleistung gesteuert und geregelt. MT-Fotos: Alex Lehn

Spannung kann man nicht nur spüren, man hört sie auch. So nachdrücklich wie Eisregen auf ein Dach prasselt, macht sie sich Luft. „Ein gutes Zeichen“, lauscht Heiko Deterding, „wir produzieren Strom!“

Zwei Tage lang führte der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiter des Lahder E.on Kraftwerks Heyden rund 100 Besucher des Blauen Teppichs über das Werksgelände, durch die Hallen und auf die Türme des größten einzeln befeuerten Steinkohleblocks Europas. Pro Stunde wird im E.on Kraftwerk Heyden in Lahde genug Strom erzeugt, um damit eine Million Haushalte zu versorgen.

Die Planungen für ein Steinkohlekraftwerk hatten bereits 1939 begonnen. Unterbrochen durch den Krieg konnte die Stromproduktion jedoch erst 1951 aufgenommen werden. Gefolgt von einer raschen Entwicklung: Die Produktionsbedingungen haben sich aufgrund des Einspeisevorrangs der erneuerbaren Energien drastisch verändert und das Kraftwerk Heyden ist ein wichtiger Bestandteil beim Ausbau der regenerativen Energieerzeugung im heutigen Energiemix.

Mühlsteine aus hochlegiertem Stahl mahlen Kohle zu Staub

Das stürmische Wetter der vergangenen Tage bot Kraftwerksleiter Jörn Neumann deshalb beste Gelegenheit zur Verdeutlichung: „Das Kraftwerk Heyden ist ein sogenanntes ‚Mittellastkraftwerk‘. Wir haben die Aufgabe, flexibel auf die Nachfrage zu reagieren und die Frequenz nach Bedarf zu unterstützen.“

Praktisch hieß das: Während der Wind in den vergangenen Nächten auffrischte, deckte die dann ausreichend vorhandene Windenergie einen Großteil des Energiebedarfs ab. Das Kraftwerk Heyden erhielt Anweisung, die Produktion zu drosseln.

Am kommenden Morgen, pünktlich zum Produktionsbeginn in Deutschland – der Wind hatte abgenommen – lief die Turbine wieder unter Volldampf. Schlag 12, als tagestypisch der Strombedarf sank, erlebten die Besucher des „Blauen Teppichs“ live auf dem Leitstand, wie die Produktion dem aktuellen Bedarf angeglichen wurde.

Per Knopfdruck passiert im E.on Kraftwerk Heyden eine ganze Menge. 93 Mitarbeiter und 28 Azubis arbeiten in mehreren Schichten und werden dabei von Mitarbeitern aus Tochterunternehmen unterstützt. Kein Wunder, dass man auf dem weitläufigen Gelände nur selten jemandem begegnet.

Automatisierte Abläufe

Sehr hoch, sehr warm: Auf vier Etagen liefern Brenner die Energie, um die Turbine anzutreiben.

Die Kohle, zu 100 Prozent über die Schiene angeliefert, kommt täglich in drei Zügen à 46 Waggons. Automatisch wird das „schwarze Gold“ – längst kommt es aus Polen und Russland, aber auch aus Indonesien und Australien – entladen und gelagert. Der Vorrat für drei Wochen, 160 000 Tonnen, warten, zu vier riesigen Bergen aufgetürmt, darauf, zu Staub zermahlen maximale Energie zu liefern. Auf vier Etagen befinden sich die Brenner, die 300 Tonnen Kohlenstaub pro Stunde verbrennen, bei 1300 Grad das Wasser erhitzen, das dann die Turbine und den Generator antreibt. „Es funktioniert wie ein Fahrraddynamo, nur größer“, verpackt es Deterding pragmatisch. Derweil staunen die Besucher über die tatsächliche Dimension der Turbine und des Generators, welche spielend eine ganze Halle füllen.

Die große Revision

Der Kühlturm ist beeindruckende 136 Meter hoch.

Erst im vergangenen Jahr wurde die Turbine im Rahmen einer großen Revision überholt. 150 Tage hatte das Kraftwerk dafür stillgestanden. Und nach einer Gesamt-Investitionssumme von rund 40 Millionen Euro sieht man sich im E.on Kraftwerk Heyden für die Zukunft bestens gerüstet. „Wir sind für die Energiewende sehr gut aufgestellt und gesichert“, bestätigt Kraftwerksleiter Neumann.

In Lahde ist man positiv gestimmt: Als wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region wird das Kraftwerk Heyden die Nord-Süd-Trasse des Netzes auch zukünftig unterstützen.

Wer außerhalb des „Blauen Teppichs“ mehr über das E.on Kraftwerk Heyden erfahren und an einer Führung teilnehmen möchte, kann sich auf der Homepage des Unternehmens informieren.

Von Sabine Morche

www.kraftwerk-heyden.com

Fotostrecke: MT-Leseraktion “Der blaue Teppich” im Kraftwerk Heyden

Der blaue Teppich – ausgerollt im E.on Kraftwerk Heyden in Lahde (Zeitungsseite als PDF)

 

Hier wird mit Liebe gebacken

Der blaue Teppich – ausgerollt bei Schäfers

„Der Blaue Teppich“ ist eine Veranstaltungsreihe des Mindener Tageblatts in Zusammenarbeit mit hiesigen Firmen. Allen Interessierten bietet sich in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, neue Einblicke in Unternehmen zu erhalten und hinter die Kulissen zu blicken.

Wenn morgens der Wecker zum Aufstehen klingelt, ist man bei Schäfers schon viele Stunden an der Arbeit: Es duftet nach frischem Brot, knusprigen Brötchen und leckeren Konditoreiartikeln.

Mit so viel Handarbeit wie möglich sind die Bäckerinnen und Bäcker bei Schäfers Experten auf ihrem Gebiet – jeder Einzelne hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt.

Die Herstellung von Backwaren hat in dem Portaner Ortsteil Kleinenbremen eine lange Tradition: Seit dem 1. Oktober 1898. An diesem Tag gründete Bäckermeister Daniel Rennekamp im Haus Nr. 29 seine eigene kleine Dorfbäckerei. Eine Bäckerei, das war damals nicht nur ein Geschäft, in dem man Gebackenes kaufen konnte – damals war das auch eine Backstation. Ein Ort, an dem jedermann selbst vorbereiteten Teig fertig backen lassen konnte.

In den folgenden 40 Jahren – bis Heinrich Rennekamp 1938 die Bäckerei übernahm – hatten sich die Menschen daran gewöhnt, ihr Brot nicht mehr selber zu backen. Die Angebotspalette der Backwaren wurde schnell erweitert. Zusätzlich fuhr ein Bäckerwagen regelmäßig in die umliegenden Dörfer und Städte, um die vielfältigen Spezialitäten direkt zum Verbraucher zu bringen.

1952 übernahm Werner Schäfer als Schwiegersohn von Heinrich Rennekamp die Bäckerei in dritter Generation. Er führte den Familienbetrieb bald schon als ein weit über die Grenzen von Porta Westfalica hinaus florierendes Unternehmen. In der Folge wurde 1962 am jetzigen Standort, der Alten Straße, ein neuer Betrieb gebaut. Diesen verkaufte Werner Schäfer Mitte der siebziger Jahre an die EDEKA Minden-Hannover. Damit fiel der Startschuss zur Erweiterung des Filialnetzes bis zu seiner heutigen Größe: Täglich beliefert Schäfers vom Produktionsstandort Porta Westfalica-Kleinenbremen rund 165 Filialen mit frischen Back- und Konditoreiwaren. 

Dabei hält die 1898 gegründete Bäckerei bis heute unverrückbar an ihrer Philosophie der handwerklichen Verarbeitung fest. Bis heute geben die Bäcker ihr Wissen, ihre Erfahrungen und die traditionelle Backkultur an die nachfolgende Generation weiter.

Von der Auswahl ausgesuchter Rohstoffe bis hin zur Verarbeitung traditioneller Rezepte für Hefe-, Knet,- Rühr- oder Natursauerteig – in liebevoller Handarbeit bereiten die Bäcker bei Schäfers Tag für Tag vielfältige Spezialitäten zu. Der größte Erfolg, sagen die Bäcker von Schäfers, ist, “wenn die Kunden unsere handwerklichen Backwaren genießen und rundum zufrieden sind”. Um dem Qualitätsbewusstsein gerecht zu werden, verarbeitet man bei Schäfers möglichst viele Rohstoffe aus Deutschland und der Region. Nicht nur deshalb räumt man regionalen Spezialitäten einen besonderen Platz im Sortiment ein.

In den Filialen backen die Fachverkäuferinnen die frischen Teiglinge aus der Backstube zu knusprigen Broten und Brötchen. Veredelt mit Körnern und Saaten, herzhaften Aufstrichen und Belägen, knackigen Salaten sowie saftigen Gurken und Tomaten werden Brötchen zu köstlichen kleinen Mahlzeiten – und das jeden Tag aufs Neue.

Technik mit “Mehr-Wert”

Der blaue Teppich – ausgerollt bei Minda Industrieanlagen
„Der Blaue Teppich“ ist eine Veranstaltungsreihe des Mindener Tageblatts in Zusammenarbeit mit hiesigen Firmen. Allen Interessierten bietet sich in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, neue Einblicke in Unternehmen zu erhalten und hinter die Kulissen zu blicken.

Maßgeschneiderte Lösungen aus Minden für besondere Aufgaben

Exklusive Führung im kleinen Kreis durch die Fertigung an der Hans-Böckler-Straße. MT-Foto: Alexander Lehn

“Wir sind ein großes Ingenieurbüro mit eigener industrieller Fertigung”, vereinfacht Eberhard Falch, Geschäftsführer der Minda Industrieanlagen. Dass diese Beschreibung blankes Understatement ist, erfuhren die Besucher des Blauen Teppichs im Verlauf der Firmenvorstellung.

Seit mehr als 30 Jahren wächst das Unternehmen stetig: Mit aktuell 213 Mitarbeitern am Hauptstandort in Minden projektiert, fertigt, steuert, baut und wartet die Minda GmbH Anlagen für die industrielle Fertigung – vorzugsweise der Wellpappen- und Massivholzindustrie. Längst ist der heimische Anbieter ein weltweit anerkannter Spezialist auf seinem Gebiet. Und das nicht zuletzt wegen seines Anspruchs, allem Produzierten noch ein bisschen “mehr Wert” zu geben.

Welcher Stellenwert dem “added value” in Westfalen beigemessen wird, erlebte jüngst eine Wellpappenfabrik im fernen Australien. Nach der Flut im Frühjahr stand sie mitsamt ihren Minda-Anlagen unter Wasser. Dank Modem und einem Krisenteam war der Schaden schnell erfasst – und Abhilfe ebenso umgehend auf den Weg geschickt. Und das nicht nur in Form von Ersatzteilen, sondern begleitet von Fachleuten, die die reibungslose Instandsetzung sicherstellten. Minda war da – schneller als die Firmen vor Ort.

Zuverlässigkeit und ein hoher Qualitätsanspruch an das Produzierte machen Minda zu einem verlässlichen Partner der Industrie. Dabei geht mit bis zu 80 Prozent die Mehrzahl aller Förder- und Fertigungsanlagen weltweit in den Export. Insbesondere die skandinavischen Länder, Österreich und Russland, traditionell stark in der Holzverarbeitung, haben in der Minda den passenden Spezialisten an ihrer Seite. Wie beispielsweise für die Entwicklung verleimten Holzes. “Da waren wir von Anfang an ganz vorn mit dabei”, unterstreicht Falch. Einsatz finden die Anlagen beispielsweise im Fertighausbereich. Komplette “Brettschichtholzwerke” hat man schon von Minden nach Russland geliefert. Oder auf 30 Lkws nach Finnland.

In zwei verschiedenen Gruppen wurden die MT-Leser durch die Hallen von Minda geführt. | Foto: Alexander Lehn

Weltweiter Einsatz 

Die späteren Möglichkeiten des Transports werden schon bei Projektierung und Planung berücksichtigt. “Da denken wir in Containern und Lkw-Abmessungen”, kommentiert Falch.

Apropos Transport: Auch beim Nachfolger des ICE, dem “ICx”, der in fünf Jahren als Prototyp vorgestellt werden soll, hat Minda ihre Finger im Spiel. “Wir bauen in Tangermünde die Laserschweißvorrichtungen in Magnetspanntechnik für die Montage der Waggons.”

Eine echte Herausforderung. Diese Technik wurde erstmalig in Europa angewandt. Der Leistungsumfang macht den Anspruch deutlich: Die Bleche für die Wagenteile werden mit Magneten gespannt. Und das muss maximal exakt sein. Denn ein Laserschweißgerät akzeptiert keine Toleranzen 

Ein Blick hinter die Kulissen gab es für MT-Leser, die sich für die exklusive Führung bewerben konnten. | Foto: Alex Lehn

Ausbildung für Spezialisten

Die Aufgaben sind speziell. Und deshalb legt man bei der Minda Industrieanlagen GmbH besonderen Wert auf eine gute Ausbildung. An den vier Standorten des Unternehmens (neben Minden sind das Hohmeier Anlagenbau in Stadthagen, Minda Industrieanlagen in Tangermünde und Universal Corrugated B.V. im niederländischen Almelo) wird in acht Berufsbildern ausgebildet – vom Elektroniker bis zum Zerspanungsmechaniker. 

“Wir waren der erste Betrieb in Sachsen-Anhalt, der Mechatroniker ausgebildet hat”, berichtet Betriebsleiter Dirk Juras. Attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten mit Karrierechancen bis hin zu praxisorientierten Studiengängen in Zusammenarbeit mit der FH Minden sichern die Qualifikation der Nachwuchskräfte. Die Fluktuation ist gering. Bei Minda setzt man auf kontinuierliche Weiterentwicklung und Förderung. Wir sind und bleiben ein Familienunternehmen”, unterstreicht Geschäftsführer Falch die Perspektiven. Deshalb ist es Ehrensache, dass beispielsweise die Programmierung der Software für die Anlagen im eigenen Haus bleibt. “Wir wollen ganz sicher gehen, dass unsere Anlagen funktionieren.”

Von Sabine Morche, Serviceredaktion

MT-Leser erfahren, wie Mars mit Trockenfutter Maßstäbe setzt

Der blaue Teppich – ausgerollt bei Mars Petcare
„Der Blaue Teppich“ ist eine Veranstaltungsreihe des Mindener Tageblatts in Zusammenarbeit mit hiesigen Firmen. Allen Interessierten bietet sich in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, neue Einblicke in Unternehmen zu erhalten und hinter die Kulissen zu blicken.

Leckerstes fürs Haustier

Ein spannender Rundgang durch den Betrieb. MT-Foto: Alexander Lehn

“Schmeckt wie ein knuspriger Keks”, urteilt ein Besucher des “Blauen Teppichs”. Immerhin: Dass Mensch bedenkenlos probieren kann, wonach sich Hund und Katz die Finger lecken (würden – wenn sie könnten), ist ein sicheres Zeichen für Qualität.

Die steht bei den Trockenfutter-Produkten, die bei Mars Petcare in Minden hergestellt werden, ganz oben.

Um strenge Hygienevorschriften, Produktionsbedingungen, aber auch um viel Praktisches ging es bei der Premiere des “Blauen Teppichs”, den das Mindener Tageblatt am gestrigen Freitag bei Mars Petcare ausrollen durfte. Der Standort in Minden, der in diesen Tagen mit verschiedenen Aktionen auf sein 30-jähriges Bestehen aufmerksam macht, öffnete seine Türen einer kleinen Gruppe interessierter Tierhalter. Und die erfuhren eine ganze Menge Neues. 

Beispielsweise, dass es bei Mars Petcare in Minden 33 verschiedene Rezepte für Trockenfutter gibt. Dass die dreieckige Form der einzelnen Futterstückchen wichtig ist und der Zahnpflege dient. Dass dabei die Seniorenhappen dünner und damit leichter zu knacken sind und dass Trockenfutter für Welpen auf die ganz speziellen Bedürfnisse während des Wachstums zugeschnitten ist.

Markenprodukte wie Pedigree, Chappi oder Perfect Fit sind Qualitätsprodukte. Um diese Qualität sicherzustellen, wird bei Mars Petcare in Minden Tag für Tag das sogenannte “Panel” durchgeführt. Hier wird die laufende Produktion auf ihre Qualität überprüft. Und sichergestellt, dass nur das Futter, das den hohen Qualitätsansprüchen gerecht wird, in die Verkaufsregale kommt – und zu guter Letzt in den Futternäpfen klappert.

Und das nicht nur in Deutschland. Selbst in Südafrika schätzen Vierbeiner Trockenfutter von Mars. Wenn auch mit national bedingten Abweichungen – so lieben Hunde in Frankreich ihr Trockenfutter mit Gemüse – Mars produziert Trockenfutter ausschließlich in Minden.

Die Besucher des ersten Blauen Teppichs gehen auf Entdeckungsreise bei der Firma Mars. | Foto: Alexander Lehn

 

Bewusste Produktion

Übrigens ein – wie die Besuchergruppe attestierte – fast geruchsfreier Vorgang. Dafür sorgt ein Biofilter, der Gerüche auf natürliche Weise bindet. Er ist ein Baustein des erklärten Ziels von Mars, baldmöglichst einen “neutralen Fußabdruck” zu hinterlassen, das heißt, die Umwelt durch die Produktion möglichst nicht mehr zu belasten. Dieses Bekenntnis zur Nachhaltigkeit wird in Minden durch kontinuierliche Maßnahmen zur Energieeinsparung in wachsendem Umfang verwirklicht.

Bis ins Detail ist auch jeder kleine Produktionsschritt im Mindener Mars-Werk nachzuvollziehen. Das geht bis hin zum Bauern, bis hin zu der Ortschaft, aus der ein Ausgangsprodukt für das jeweilige Futter stammt.

Trockenfutter herzustellen, wird bei Mars Petcare nicht nur überaus gewissenhaft betrieben, sondern – wenn auch mit einem Augenzwinkern, zur Kunst erhoben.

Die Firma Mars Petcare in Minden öffnete für die Besucher des Blauen Teppichs ihre Tore. | Foto: Alexander Lehn

Verantwortung tragen

Kunst deshalb, weil das Produkt auf dem gesamten Weg bis hin zum Abfüllen in Beutel und Tüten mikrobiologisch sicher sein muss. Entsprechend aufwendig ist die Hygieneschleuse, die jeder Mitarbeiter wie Besucher vor dem Betreten der Produktionshalle durchläuft.

Fünf Tage in der Woche wird bei Mars Petcare rund um die Uhr produziert. Danach kommt die Reinigungsschicht. Wasserfrei übrigens. Ein Übermaß an Feuchtigkeit wäre dem Trockenfutter abträglich.

Mars Petcare in Minden ist Teil eines weltweit tätigen Familienunternehmens, von dem es nur scheint, als sei es durch seine Süßigkeiten berühmt geworden. Tatsächlich erwirtschaftet Mars mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit dem Produktbereich Petcare.

Die Liebe zum Tier wird gelebt: Durch die Unterstützung der Tierheime in Minden und Bückeburg bis hin zum Bürokater Lars, der auf dem Gelände seines Lieblingsfutter-Produzenten einen überaus entspannten und gesunden Lebensabend verbringen darf.

Mars Petcare öffnet ein Mal monatlich seine Türen für Besucher. Für diese Führungen kann man sich direkt bei Mars anmelden.

Von Sabine Morche, Serviceredaktion