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Nachrichten zum Mitnehmen: „MT2GO“ liefert den kompakten News-Überblick aufs Smartphone

Aktuelle Nachrichten auf dem Smartphone-Bildschirm: „MT2GO zeigt die jeweils 12 bis 15 neuesten Nachrichten der Website MT.de in Kurzform zum Durchwischen (hier ein Blick auf die iPhone-Version). Repro: MT

Aktuelle MT-Nachrichten aus Heimat und Welt gibt es jetzt auch per App auf das Smartphone. Die selbst entwickelte Anwendung  „MT2GO“ wendet sich an eilige Nutzer, die einen kurzen Überblick über die gerade gegebene Nachrichtenlage suchen. Die Redaktion trägt damit dem Trend Rechnung, dass immer mehr aktuelle Informationen über Mobilgeräte genutzt werden.

Diesem Konzept folgend, bietet MT2GO die – aus Redaktionssicht – jeweils zwölf bis 15 wichtigsten, interessantesten und aktuellsten Nachrichten aus den Bereichen Lokales, Regionales, Weltnachrichten und Sport/Lokalsport in Kurzform an: Ein Bild und eine knappe Überschrift sollen jeweils  für die erste Information reichen, dann kann bereits – per Wischbewegung auf dem Gerätebildschirm – das nächste Thema gesichtet werden. Oder aber per Klick ein kompakter Kurztext aufgerufen werden, der in zwei bis drei Sätzen wesentliche Informationen zum Thema liefert.

Von der Kurz-und-knapp-Info bis zum ausführlichen Artikel: Von der Übersichtsseite (links) durch Tippen auf die Kurzinfo, von dort über „Mehr auf MT.de“ am Ende der Seite innerhalb der Anwendung auf den vollständigen Text von MT.de. Beim Schließen des InApp-Browsers („Done“) geht es in der App mit der nächsten Kurznachricht weiter. Repro: MT

Für alle, die dann im Zweifel doch noch mehr wissen wollen, gibt es am Ende des Textes einen Link, der direkt zum entsprechenden Artikel auf dem Internetangebot MT.de führt und innerhalb der App in der voreingestellten Browseranwendung geöffnet wird. Handelt es sich um einen kostenpflichtigen Plus-Artikel, ist dann eine Anmeldung mit den entsprechenden Nutzerdaten erforderlich – entweder im Abonnement, per Tagespass oder im Einzelartikelkauf.

Das Nachrichtenangebot von MT2GO folgt in seiner Gewichtung den entsprechenden, permanent von der Redaktion aktualisierten Inhalten von MT.de. Es richtet sich speziell an den eiligen Nutzer, der nicht regelmäßig die Internetseite nach Neuigkeiten durchforsten will. Zudem enthält es eine sogenannte Push-Funktion, die – sofern vom Nutzer aktiviert – eine Zusendung von „Breaking News“ aus der MT-Redaktion direkt auf den Sperr- bzw. Startbildschirm des Nutzers ermöglicht, inklusive akustischem Hinweiston. Von dieser Push-Funktion will die Redaktion allerdings sparsam und nur bei wirklich relevanten Anlässen Gebrauch machen, um Informationsüberflutung zu vermeiden.

Die Anwendung steht seit kurzem in den entsprechenden Appstores der relevanten Betriebssysteme iOs und Android zum kostenlosen Download bereit (Links siehe unten). Auch die Nutzung ist kostenlos, erst bei Aufruf zusätzlicher Plus-Artikel auf MT.de werden dort entsprechende Nutzungsgebühren fällig.

MT2GO setzt die mit der MT-Mediabox begonnene Strategie fort, die in der Redaktion für die verschiedenen Print- und Online-Ausgaben verarbeiteten Informationen auch auf anderen Kanälen zur Verfügung zu stellen und diese miteinander zu vernetzen. Der Verlag will mit der Vermarktung von Werbeplätzen zur Refinanzierung beitragen.

Download im App-Store (iOs)

Donwload im Play-Store (Android)

MT-Redaktion entscheidet sich gegen Veröffentlichung des WPA-Siegerfotos

Das Weltpressefoto des Jahres 2017 zeigt das Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara im Dezember 2016. Dafür wird der türkische Fotograf Burhan Ozbilici von der Nachrichtenagentur AP mit dem renommierten Preis ausgezeichnet, teilte die Stiftung World Press Photo am Montag in Amsterdam mit. Die Jury würdigte das Foto als ein „explosives Bild, das den Hass in unserer Zeit ausdrückt.“

Die „Panorams“-Seite der gedruckten MT-Ausgabe vom 14.2. zeigt das Siegerfoto der WPS.Kategorie „Natur“. Repro: MT

Der Fotograf Ozbilici war am 19. Dezember bei der Eröffnung einer Kunstausstellung in Ankara, als ein junger türkischer Polizist plötzlich eine Waffe zog und den russischen Botschafter Andrej Karlow erschoss. Der Attentäter hatte mehrfach „Vergesst Syrien nicht“ gerufen. Er war anschließend von Sicherheitsbeamten getötet worden.

Die Jury hatte das Siegerfoto aus über 80 000 Einsendungen ausgewählt. Insgesamt wurden 45 Fotografen in acht Kategorien ausgezeichnet, darunter drei Deutsche. Mehr als 5000 Fotografen aus 125 Ländern hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis für das beste Pressefoto des Jahres wurde zum 60. Mal verliehen.

Anders als in früheren Jahren hat sich die MT-Redaktion entschlossen, diesmal nicht das Siegerfoto der Hauptkategorie zu veröffentlichen. Auch wenn es zweifellos ein Dokument der Zeitgeschichte ist und – wie die Jury schreibt – ausdrucksvoll „den Hass unserer Zeit“ schildert, verletzt es unserer Auffassung nach die Menschenwürde des abgebildeten Opfers, das hier neben aller Dokumentation auch zum Objekt fragwürdiger Schaulust gemacht wird.  Dazu trägt die geradezu schauspielerische Pose des triumphierenden Täters zusätzlich bei. Statt dieses Fotos hat die Redaktion in der Printausgabe heute den Bericht über den „World Press Photo“-Wettbewerb mit dem Siegerfoto in der Kategorie „Natur“ illustriert und gleichzeitig begründet, warum es das Siegerfoto der Hauptkategorie nicht zeigt.

 

Die ausgezeichneten Fotos werden in einer Ausstellung gezeigt, die in zunächst am 14. April in Amsterdam und anschließend 45 Ländern zu sehen ist.

Plötzlich ein Twen: MT.de wird 20 Jahre alt. Oder: Warum das Prinzip Lokalzeitung auch im Digitalen eine Zukunft braucht

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Früher war alles übersichtlicher. Etwa so gegen Ende der 70er Jahre. In Minden und Umgebung konnte man drei, vier öffentlich-rechtliche TV- und eine Handvoll UKW-Radioprogramme empfangen. Dem alteingesessenen MT, an dünnen Tagen auch mal nur 16 Schwarzweiß-Seiten stark, machten noch zwei Lokalausgaben der Bielefelder Zeitungshäuser Konkurrenz. Wer wollte, bereicherte sein Medienmenü mit dem Abo einer überregionalen Tageszeitung und dem Kauf von Zeitschriften oder Magazinen. Im Fachhandel. Konservenmusik kam von der Vinyl-Schallplatte oder der Magnetbandkassette, Filme gab’s in den Kinos. Zum Telefonieren drehte man die Wählscheibe an einem fest installierten Apparat. Elektrische Schreibmaschine und Telefax waren Hightech. Über den kürzlich erfundenen PC lachte man sich bei IBM kaputt – keine Ahnung, was die Welt mit so etwas anfangen sollte.

Mit Volldampf in ein ungewisses Experiment

Eineinhalb Jahrzehnte später hatte sich diese Welt gewaltig verändert. Auch beim MT stellte man erste Überlegungen an, wie denn wohl „dieses neue Internet“ (das WWW startete seinen Siegeszug, zunächst in kleinen Schritten, Anfang der 90er) für die Verbreitung lokaler Informationen nutzen könnte. Höfliches Interesse und nachsichtiges Lächeln, bestenfalls, waren den Fantasten gewiss, die ernsthaft schwerfällige Heimcomputer, analoge Modems, langsame Telefonleitungen, komplizierte Einwahlprogramme, umständliche Provider, rudimentäre Browser und mühsam als Hypertext bereitgestellte Zeitungsinhalte für einen zukunftsträchtigen Weg zum Leser hielten. Richtig daran glauben wollte kaum jemand. Wohl wieder so ein BTX-Ding, orakelte man nicht nur in der Zeitungsbranche, die dieses teuer gescheiterte Technologie-Experiment gerade hinter sich hatte.

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In Minden ließ man sich nicht beirren. Und im Februar 1997 ging nach gut eineinhalbjähriger Experimentier- und Planungsphase in der Redaktion tatsächlich „MT-Online“ an den Start, zur Welt gebracht mit Hilfe lokaler Internetpioniere wie Fischer CGD aus Petershagen und ITB in Minden (die es längst nicht mehr gibt). Nicht unerwartet war die Resonanz zunächst verhalten, der noch sehr lückenhaften, wenig leistungsfähigen Netzanbindung ebenso geschuldet wie mangelnder Verbreitung entsprechender Ausrüstung und inhaltlicher Angebote. Auch fehlte es dem größeren Teil des treuen Zeitungspublikums an Fantasie, welches denn wohl die Vorzüge einer digitalen MT-Lektüre sein könnten. Begeistert zeigten sich dagegen Exil-Mindener in aller Welt, für die die Entfernung zur Heimat plötzlich drastisch zusammenschnurrte.

Infrastruktur und inhaltliche Angebote des Internets sollten sich bekanntlich deutlich schneller entwickeln als aus den Erfahrungen früherer Technologieschübe zu erwarten war. Die Nutzung wuchs rasant. Aus einem Schneeball wurde eine Lawine, dann eine Explosion; aus einem Spielzeug für Nerds und Spezialisten entstand ein Massenmedium. Und spätestens seit der Verschmelzung mit der Mobilfunktechnologie und der Erfindung von Smartphone und Tablet ein das Leben (fast) jedes einzelnen Menschen umkrempelnder Alltagsbegleiter.

Selbstverständlicher Teil des lokalen Medienangebots

Heute ist MT.de, wie der Dienst seit 2014 heißt, selbstverständlicher Teil des lokalen Medienangebots. Die Zahl der Nutzer, die sie hier täglich mit Nachrichten aus Heimat und Welt versorgen, hat fast die Zahl der täglich gedruckten Zeitungsexemplare erreicht. Fast 40 Prozent kamen 2016 schon mit Mobilgeräten. Neben MT.de nutzt die Redaktion weitere digitale Kanäle, um nicht nur Texte und Bilder, sondern auch Videos, Tondateien, Downloads, interaktive Grafiken, Multimedia-Reportagen oder digitale Unterhaltungselemente anzubieten. Soziale Netzwerke spielen dabei eine große Rolle: Facebook, Twitter, Instagram, YouTube. Andere, wie StudiVZ oder das eigene Community-Experiment MiC, sind schon wieder Geschichte. Ein Blog “MT Intern“ schafft Transparenz.

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Das Internet ist dabei, sich auch die dingliche Welt einzuverleiben; die Vernetzung wird von Armbanduhr und Auto bis Kühlschrank und Waschmaschine allumfassend. Das Smartphone spielt die zentrale Rolle – und in der zwischenmenschlichen Kommunikation eine inzwischen unersetzliche. Das Netz ist – auch – lokal: Jeder kann jeden erreichen, neben den klassischen Medien buhlen vielfältige Akteure um Aufmerksamkeit. Ihre Bühne sind Homepages und Blogs, vor allem aber die Netzwerke, allen voran Facebook. Ein permanentes digitales Informationsgewitter produziert unablässig Nachrichten, Meinungen, Reaktionen. Auch Gerüchte. Oder einfach nur Erfundenes. Fakten oder Fakes? Das muss der Konsument schon alleine auseinanderhalten können.

Journalismus übernimmt Verantwortung – auch im Netz

In diesem Umfeld muss sich eine Heimatzeitung wie das MT zwangsläufig neu sortieren. Der vertraute, zuverlässig seriöse und gut vernetzte Lieferant lokaler Nachrichten steht nicht nur im Zugzwang, seine Dienstleistung auf immer mehr Kanälen organisieren zu müssen – er muss angesichts kritischer Fragen an seine Qualitätsmaßstäbe und sein Selbstverständnis auch ständig seine Existenzberechtigung neu verhandeln. Keine einfache Sache, wenn parallel das alte Geschäftsmodell der Mischfinanzierung aus Vertriebs- und Anzeigenerlösen durch Medienwandel und demografische Entwicklung massiv in Frage gestellt wird.

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Dass Journalismus gebraucht wird, steht – siehe oben – außer Frage. Die Herausforderung ist, ihm auch auf dem digitalen Spielfeld einen überzeugenden Nutzungsrahmen zu verschaffen. Journalismus ist eben mehr als das flotte Verbreiten von Irgendetwas. Journalismus übernimmt, auch im Netz, Verantwortung für seine Absenderschaft, steht für seine Inhalte ein. Vor allem hat er eine gesellschaftliche Aufgabe: die demokatische Bürgergesellschaft funktioniert nur mit verlässlichen und, ja, unabhängigen Informationen, auf deren Basis sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. Diese Informationen nicht nur zusammenzutragen, sondern im Zweifel auch zu recherchieren, Sachverhalte zu erläutern und in Zusammenhänge zu stellen, nachzufragen und zu kommentieren – all das erfordert mehr als einen Internetzugang und eine Plattform zum Hochladen von Inhalten: Es erfordert Ausbildung, Professionalität, eine Organisation. Nicht zuletzt ein Selbstverständnis, das auch eigenes Wirken offen zur Diskussion stellt.

MT.de ist die Fortsetzung des journalistischen Mediums Heimatzeitung mit den zu Beginn des 21. Jahrhunderts technisch gebotenen und gesellschaftlich erforderlichen Mitteln. Ob es die gedruckte Ausgabe irgendwann ganz ablösen oder sich parallel in einer eigenen Evolutionslinie weiterentwickelt, wer weiß? Mit 20 Jahren ist man im Internet zwar schon ganz schön alt – im wirklichen Leben aber gerade erst erwachsen geworden.

Eine „Fußballromantikerin“ verstärkt den MT-Sport

Aller Anfang…: MT-Sportredakteur Sebastian Külbel macht die neue Kollegin Astrid Plaßhenrich mit dem Redaktionssystem vertraut. Foto: Alex Lehn

Aller Anfang…: MT-Sportredakteur Sebastian Külbel macht die neue Kollegin Astrid Plaßhenrich mit dem Redaktionssystem vertraut. Foto: Alex Lehn

Ein neues Gesicht in der MT-Redaktion: Seit dem 1. Februar verstärkt Astrid Plaßhenrich das Sportressort. Die 36-Jährige kommt aus Schloß Holte-Stukenbrock. Dort betreute sie zuletzt für die „Neue Westfälische“ den kompletten Lokalsport. Fußball, Handball, Leichtathletik. Aber eben auch Korbball oder Eiskunstlaufen. In der bunten Welt des Lokalsports ist der studierten Historikerin wenig unbekannt.

Ihr Spezialgebiet ist der Fußball. 26 Jahre hat sie selbst gespielt. Sie sympathisiert mit Arminia Bielefeld, doch ihr Herz schlägt für Werder Bremen. Sie bezeichnet sich als „Fußballromantikerin“. Was das heißt? Nun, zum Beispiel am kommenden Dienstag nach Heidelberg zu fahren, um sich dort in der Nachbarschaft das wenig Spielspaß versprechende Achtelfinale im DFB-Pokal zwischen dem Regionalligisten FC Astoria Waldorf und Arminia Bielefeld anzuschauen. Einfach so.

Ihre zweite und neue sportliche Heimat ist der Laufsport. Dreimal die Woche geht es raus, gern über Strecken im Bereich von „zehn Kilometern plus“. Frische Luft in die Lungenflügel, Kopf frei.

Astrid Plaßhenrich hat einerseits den klassischen Weg einer Sportjournalistin durchlaufen und als freie Mitarbeiterin des Westfalen Blatts und der Neuen Westfälischen Sporthallen und Sportplätze in ganz OWL kennengelernt.

Das Volontariat führte sie jedoch in einen ganz anderen Bereich: Bei der „Medienfabrik“, einem Ableger der Bertelsmann-Gruppe, erlernte sie das journalistische Handwerk und übte sich dort in der Ausbildung wie auch als Redakteurin in Tätigkeiten abseits der klassischen Tageszeitungsroutinen. Während der Olympischen Spiele in Vancouver, in Peking und in Sotschi betreute sie den täglichen Newsletter für das Deutsche Haus.

Sie hat Spaß am Lokalsport, aber es darf gern auch mal international sein: Als Mitarbeiterin eines Radsportmagazins in Melbourne schaute die Ostwestfalin im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes mal von der anderen Seite der Erde auf die Sportwelt.

Es muss auch nicht immer Sport sein: Im Segment PR und Corporate Publishing ist die 36-jährige Autorin für das deutschlandweit erscheinende Fachmagazin „Der Küchenplaner“ im Einsatz.

Astrid Plaßhenrich besetzt in der MT-Sportredaktion den Platz, der nach dem Ausscheiden des langjährigen Handball-Experten Jürgen Knicker frei geworden war. Ihre Texte werden im MT am Kürzel „apl“ zu erkennen sein. Sie ist künftig unter der Rufnummer 0571-882173 telefonisch zu erreichen oder per E-Mail an astrid.plasshenrich@mt.de

Am Rande und zum Abschluss sei noch angemerkt: Astrid Plaßhenrich ist die erste Redakteurin in der bislang ausschließlich von Männern – derzeit sind es fünf – betreuten Sportredaktion. Damit sei, so bat ein Kollege zu notieren, die „letzte Männer-Bastion“ in der MT-Gesamtredaktion gefallen. Man dankt für den Hinweis. Uns wär es sonst nicht aufgefallen 😉

Von Marcus Riechmann, Leiter Sportredaktion

 

Bei J.C.C. Bruns werden jetzt Medienkaufleute ausgebildet

Fetsnetztelefon und Schreibmaschine - das war einmal. Die Ausbildung im Medienunternehmen hat sich gewandelt. Foto: BillionPhotos.com/Fotolia

Fetsnetztelefon und Schreibmaschine – das war einmal. Die Ausbildung im Medienunternehmen hat sich gewandelt. Foto: BillionPhotos.com/Fotolia

Es gibt zwei Wege, mit dem Fachkräftemangel umzugehen: a) bedauern, bejammern und beklagen. Oder b) aktiv etwas dagegen tun. Bei J.C.C. Bruns geht man traditionell den zweiten Weg. Den aktuell 320 Mitarbeitern der gesamten Unternehmensgruppe und noch einmal fast ebenso vielen Zustellern stehen derzeit 14 Auszubildende sowie drei Volontäre beziehungsweise Volontariatspraktikanten gegenüber. Damit stellt sich J.C.C. Bruns auch seiner gesellschaftlichen Verpflichtung, jungen Leuten ein vernünftiges, fundiertes und vor allem zeitgemäßes Rüstzeug für ihre berufliche Entwicklung mit auf den Weg zu geben.

Für das Ausbildungsjahr 2017 hatte man sich entschieden, künftig Medienkaufleute auszubilden – und keine Industriekaufleute mehr. Zwei Ausbildungsplätze wurden bereits zum 1. August vergeben. „Der Grund für diese Entscheidung war, dass wir bekanntlich kein echtes Industrieunternehmen mit richtigen Industrieprodukten sind“, sagt Lars Kohlmeier, Leiter der Personalabteilung. „Einkauf oder Verkauf beispielsweise funktionieren bei uns ganz anders – was auch die Azubis in der Berufsschule immer wieder feststellen mussten.“ Schon länger trug man sich im Unternehmen mit dem Gedanken dieser Neuausrichtung, die nun realisiert werden konnte.

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Die letzten ihrer Art:Celine Wiesinger, Milena Hohmeyer und Theresa Koch absolvieren seit Sommer ihre Ausbildung zur Industriekauffrau. Foto: Lehn

Als angehende Medienkaufleute lernen die Azubis in einer speziell auf die Medienbranche abgestimmten Ausbildung alle Facetten dieses vielseitigen Berufs kennen. „Alle Bereiche des Verlages sind so viel stärker repräsentiert, als das bisher der Fall war“, erläutert Verlagsreferentin  Janina Auer, die gemeinsam mit Lars Kohlmeier die Ausbildung organisiert. „Diese Ausbildung passt einfach besser zu unserem Unternehmen.“ Eine gewisse Affinität zum Themenbereich Medien sollten die jungen Leute, die sich für diesen Beruf interessieren, also mitbringen. In Zeiten des allgegenwärtigen Smartphones und der regen Nutzung sozialer Netzwerke ist das für die meisten eine Selbstverständlichkeit.

Dass 2017 nur zwei Medienkaufleute ausgebildet werden, hat einen einfachen Grund: Qualität vor Quantität lautet die Devise. Und das erhöht im Anschluss an den Abschluss auch die Chance auf eine Übernahme bei entsprechenden Leistungen. Früher wurde über Bedarf ausgebildet, um den Schulabgängern erst mal eine erste Perspektive zu bieten. Mittlerweile wird es für praktisch alle Ausbildungsbetriebe immer schwerer, geeignete Azubis zu finden. Die Abiturienten zieht es immer mehr an die Hochschulen.

Für die Ausbildung nach eigenem Bedarf gibt es bei J.C.C. Bruns gute Gründe. Einer davon ist die demografische Entwicklung, die auch hier zu spüren ist. Für Kolleginnen und Kollegen, die in absehbarer Zeit in den Ruhestand verabschiedet werden, müssen junge Leute nachrücken. 2016 wurde damit begonnen, die Altersstruktur in der Unternehmensgruppe zu analysieren. Bei der Personalentwicklungsplanung will man den Finger am Puls behalten, um keine Überraschungen zu erleben, wenn jemand ‚plötzlich’ in Rente geht.

Lars Kohlmeier und Janina Auer betreuen die künftigen Medienkaufleute bei ihrer Ausbildung. Foto: Alex Lehn

Lars Kohlmeier und Janina Auer betreuen die künftigen Medienkaufleute bei ihrer Ausbildung. Foto: Alex Lehn

Schwerpunkte der neuen Ausbildung zum Medienkaufmann beziehungsweise zur Medienkauffrau ergeben sich aus dem vernetzten abteilungsübergreifenden Handeln. Das betrifft die Vermarktung von Medien, Werbung in Print und Digital sowie der Mediaboxen. Die Ausbildung umfasst zudem Werbung und Marketing sowie Vertriebswege und Vertriebskonzepte. Auch die Gestaltungsgrundsätze von Digital- und Printmedien werden den Azubis im Verlagshaus J.C.C.Bruns nahe gebracht, sie lernen die Koordination von Abläufen in Magazinen, der Tageszeitung oder digitalen Projekten kennen und erfahren, was es bei den Schnittstellen in den einzelnen Produktionsprozessen zu beachten gilt.

Natürlich kommt der „gute alte Teil der kaufmännischen Ausbildung“ nicht zu kurz. Daher durchlaufen die Auszubildenden die entsprechenden Abteilungen Finanzbuchhaltung und Controlling sowie die Abteilungen Personalwesen und IT.

Die Azubis finden im Laufe der Zeit heraus, für welche Schwerpunkte sie das richtige Händchen haben. Drei Jahre dauert die Ausbildung zur Medienkauffrau/zum Medienkaufmann. Nach erfolgreichem Abschluss können die frischgebackenen Medienkaufleute in den verschiedensten Bereichen des Verlagshauses arbeiten und sind fit für die Medienwelt.

Quelle: johann! Nr.1, Frühjahr 2017