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Viel mehr als Todesanzeigen online: Gedenkportal MT-Trauer gründlich überarbeitet

Auf dem Gedenkportal mt-trauer.de gibt es neben den Todesanzeigen aus der gedruckten Zeitung auch zahlreiche hilfreiche Informationen. Repro: MT

Seit 2011 ergänzt das Gedenkportal mt-trauer.de die klassischen Formen der Trauerkultur um eine digitale Dimension. Jetzt ist es umfassend überarbeitet worden. Dabei wurde neben einer gründlichen Erneuerung der Seitengestaltung vor allem Wert auf technische Optimierung gelegt. So gibt es jetzt auch eine Version, die komfortabel von den immer stärker eingesetzten Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets genutzt werden kann.

Nach wie vor sind hier sämtliche Traueranzeigen aus der gedruckten Ausgabe des Mindener Tageblatts zu finden und – ein hilfreicher Service – auch rückwirkend recherchierbar. Zum anderen können Hinterbliebene, Angehörige und Freunde, ihrer Trauer auch in zeitgemäßer Internet-Form online Ausdruck verleihen. Nicht zuletzt ist das Portal auch ein wertvoller Ratgeber. Dem Nutzer wird gewissermaßen eine helfende Hand gereicht, denn hier sind wichtige und praxisgerechte Hinweise zu Behördengängen und Formalitäten zu finden, aber auch zu Trauerhilfe sowie zu Beileidsbekundungen oder zum Thema Testament und Erbe.

Das integrierte Branchenbuch gibt ebenfalls Rat und Unterstützung und nennt passende Dienstleister der Region: Vom Bestatter bis zum Steinmetz, vom Rechtsanwalt und Notar über Floristen bis hin zu Gaststätten für die Trauerfeier reicht die Bandbreite.

Über das Online-Anzeigensystem können Nutzer mit wenigen einfachen Schritten zudem ganz klassisch eine Traueranzeige in aller Ruhe selbst gestalten und online aufgeben. Bequem von zuhause am PC oder mit einem mobilen Endgerät. Eine Vielzahl von Vorlagen, Symbolen und Hintergründen hilft dabei, das Passende zu finden. Wer Fragen hat, kann sich gern auch an die die telefonische Anzeigen-Annahme wenden.

Eine andere Möglichkeit, den Verlust eines lieben Menschen zu verarbeiten, sind die Gedenkseiten. Mit diesen können Familie und Freunde im Internet besondere Momente teilen und festhalten. So werden gemeinsame Erlebnisse durch Anekdoten, Fotos oder sogar Videos vor dem Vergessen bewahrt und dokumentiert. Eine weitere schöne Möglichkeit, Erinnerungen an geliebte Menschen in der Gedenkhalle festzuhalten, sind die Gedenkkerzen an der Kerzenwand oder ein ewiges Leuchten am Sternenhimmel.

Von Harald Fichtner, Bruns Medienservice

Auszeichnung in Wien: Sieben europäische „Awards of Excellence“ für das MT

Wettbewerbs-Initiator Norbert Küpper (l.) und Jury-Vorsitzende Anette Milz überreichten MT-Chefredakteur Christoph Pepper die Urkunden zu insgesamt sieben „Awards of Excellence“. Foto: Medienfachverlag Oberauer/APA-Fotoservice /Schedl

Zukunftskonzepte und Bedrohungen, Fake News und Social Media, PR und Content Marketing, Marktmacht und Ordnungspolitik, Digitalisierung und Data Mining, Newsrooms und Videoberichterstattung, vor allem aber immer wieder: Wert und Bedeutung des professionellen Journalismus in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt – darüber debattierten Referenten und Teilnehmer des 18. European Newspaper Congress zwei Tage lang in Wien.

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) etwa hielt sich in seiner Auftaktansprache zwar nicht mit Kritik an den Medien zurück, sah aber gleichzeitig die Politik in starker Mitverantwortung für eine von der gemeinsamen „Pointensuche“ nach der zugespitzten Schlagzeile getriebene „Spirale des Populismus“. Gleichwohl werde Journalismus als „Immunsystem der Demokratie“ in der digitalisierten Welt wichtiger denn je. Eine Überzeugung, die auch von zahlreichen weiteren Sprecherinnen und Sprecher unterschiedlicher Welten immer wieder unterstrichen wurde: auch Zeitschriften- und Fachverlage, PR-Abteilungen, Gründer, Blogger und Startup-Förderer waren auf dem Podium vertreten.

Wie moderne Zeitungen – gedruckt und digital – heute nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ansprechend und überzeugend um ihre Leserinnen und Leser werben sollten, dazu gibt es in den unterschiedlichen Regionen Europas sehr verschiedenartige Ansätze und Rezepte – aber auch gemeinsame Trends. Dass Qualitätsmedien auch gestalterisch anspruchsvoll daherkommen müssen, ist Grundlage der Arbeit für die international besetzte Jury – 15 Mitglieder aus neun Ländern – des mit dem Kongress von Beginn an verknüpften Zeitungswettbewerb um den „European Newspaper Award“. Er benennt jährlich eine Lokal-, eine Regional-, eine überregionale sowie eine Wochenzeitung als „European Newspaper of the Year“, diese Preise gingen 2017 nach Helsinki („Hufvudstadsbladet“), Amsterdam („Het Parool“), Kopenhagen („Politiken“) und Frankfurt („Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“).

Außerdem verlieh die Jury in insgesamt 19 Kategorien wie „Cover und Coverstory“, „Nachrichtenseiten“, „Fotografie“, „Visual Storytelling“, aber auch „Konzept/Innovation Online“, „Online und Crossmedia, „Social Media“ und „Apps“ sogenannte „Awards of Excellence“ als Auszeichnung für besondere Qualität. 191 Zeitungen aus 27 Ländern hatten sich mit Wettbewerbsbeiträgen beteiligt.

Für das Mindener Tageblatt gab es dabei gleich sieben Auszeichnungen: In den Kategorien

„Cover und Coverstory“ (für die Titelseite und innenliegende Berichterstattung zum 3. Oktober, hier war das MT unter den Lokalzeitungen der einzige deutsche Preisträger),

Titelseite und „Thema des Tages“ vom 3. Oktober 2015. Die 25. Wiederkehr des Tags der deutschen Wiedervereinigung wurde auf insgesamt neun Seiten abgehandelt. Diese Struktur und ihre Gestaltung brachte dem MT jetzt einen „Award of Excellence“ in der Kategorie „Cover und Cover Story“ ein . Repro: MT

„News Pages/Elections“ (Für die Titelseite nach der baden-württembergischen Landtagswahl am 15. März),

„Cut“ (für drei verschiedene Titelseiten mit besonders gelungenem Bildschnitt),

„Visual Storytelling“ (für eine Panoramaseite der Nachrichtenredaktion über die Entwicklung des Biermarktes),

„Alternative Storytelling“ (für eine Panoramaseite der Lokalredaktion zur Hochwasserproblematik in Minden),

„Typography“ (für das übersichtliche Erscheinungsbild und die Lesbarkeit der gedruckten Zeitung) sowie

„Concept/Innovation Online/Multimedia Storytelling“ für eine Multimedia-Reportage zur Öffnung der Jakobsberg-Stollen.

Dass sich das MT im europäischen Vergleich sehen lassen kann, wurde ihm in Wien nicht zum ersten Mal bestätigt: Im vergangenen Jahr war es mit vier Awards bedacht worden, im Jahr davor (noch im alten Layout) mit zwei. Schon zum zweiten Mal erhielt es jetzt eine Auszeichnung für innovative Online-Projekte.

Misstrauische, Anwälte, Wutbürger: Zu Reaktionen auf die MT-Berichte über eine Vergewaltigung

Die MT-Berichterstattung über die Vergewaltigung einer 16-jährigen hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Beschimpfungen, Verdächtigungen und Unterstellungen sind in Fällen wie diesem inzwischen Alltag für die Redaktion. Repros: MT

Die Nachricht ist schrecklich: Eine 16 jährige junge Frau wird am helllichten Tag mitten in der Stadt überfallen, in einen Keller gezerrt, vergewaltigt. Das Verbrechen wühlt alle auf, die davon lesen oder hören. Es ist spät am Samstagnachmittag. Der Pressesprecher der Polizei teilt mit, dass der Tatverdächtige verhaftet ist.  Und er bittet darum, mit der Veröffentlichung zu warten, bis die im Umgang mit traumatisierten Opfern geschulten Fachkräfte mit der Familie und dem Mädchen gesprochen haben. Sie sollen darauf vorbereitet werden, dass die Vergewaltigung öffentlich gemacht wird. Das jedoch geht erst am Montagmorgen.

Die Kolleginnen in der Redaktion diskutieren nur kurz. Es ist für uns klar, dass die 16-Jährige nicht zum zweiten Mal zum Opfer werden soll. Wenn es hilft, mit der Publikation zu warten, dann wird gewartet. Auch das gehört  zur journalistischen Verantwortung. Der Täter ist gefasst, also muss die Öffentlichkeit nicht gewarnt werden. Darum veröffentlichen wir den Bericht erst am Montag, nachdem die Opferschützer bei der Familie waren.

Jetzt geht es los“, sagt die Kollegin, die an diesem Tag die Social Media des MT betreut, nachdem sie die Information auf Facebook gepostet hat. Die Reaktionen und Kommentare sind wie immer absehbar, aber darum nicht weniger problematisch. Da gibt es die „Schwanz ab“ und „lyncht ihn“ – Truppe, die „typisch Flüchtling“ und „alle einsperren“ – Fraktion. Die, die fordern, alle Einwanderer sollten zwangskastriert werden. Reaktionen von Menschen, denen das Leid des Opfers völlig egal ist, für die dieses konkrete Verbrechen nur eine eifrig ergriffene Gelegenheit ist, eine Plattform, auf der sie ihre Hass-Gedanken ausschütten können.

Dann sind da die Misstrauischen, die sich an der Art der Veröffentlichung abarbeiten. Hat das MT die Wahl beeinflussen wollen? Wie, fragt man sich, hätte das funktioniert? Hätten viel mehr Menschen – wenn sie nur von dem Verbrechen gewusst hätten – die AfD gewählt oder sich nicht für die SPD entschieden? Diese Vermutung sagt viel darüber aus, für wie undifferenziert hier die Wähler gehalten werden. Ändert wirklich jemand wegen eines schrecklichen Verbrechens in seiner Stadt grundsätzlich seine politische Meinung? Zumal an diesem Wochenende kaum Fakten über die Tat bekannt sind.

Viel mehr noch enthüllen diese Gedanken das Weltbild derer, die sie äußern: Sie sehen diese Tat nicht als die eines Einzelnen, sondern als vermeintlich typisch für eine ganze Gruppe von Personen, die Geflüchteten, oder vielleicht die Ausländer. Oder vielleicht auch die Menschen aus Afrika mit anderer Hautfarbe als die meisten derer, die hier wohnen. Aber genau das sind rassistische Gedanken: Verurteilung einer ganze Gruppe aufgrund körperlicher Merkmale.

„Passt doch in das Gesamtbild:  Afrikaner, Köln, antanzen und so“, sagt im Verlauf der weiteren Recherchen auch eine MT-Kollegin. Ja, vielleicht werden das die Ermittlungen ergeben. Allerdings werden im Zusammenhang mit den Vorkommnissen auf der Kölner Domplatte vor allem Nordafrikaner als Täter genannt. Andererseits: Als im vergangenen Jahr eine Frau auf der Opferstraße angegriffen wurde, waren die Täter ebenfalls Afrikaner. Unser Gehirn ist so gestrickt, dass es Muster sucht. Ob hier ein Muster ist? Das werden die Fachleute bei der Polizei einschätzen können  – und wir als Redakteurinnen werden sie danach fragen. Wer das ganz sicher nicht einschätzen kann: All die Kommentatoren, die auf Facebook seit Montagmorgen „Ausländer raus“ in allen Facetten fordern.

Manche beschweren sich auch darüber, dass es ein Plus-Inhalt ist. So eine aus ihrer Sicht wichtige Nachricht müsse doch frei zugänglich für alle sein, finden sie. „Typisch MT“, „manipulativ“ – das sei wohl so, damit vermeintlich unliebsame Nachrichten nicht an die Öffentlichkeit gelangen, wird vermutet. Manchmal verbinden sich diese Verdächtigungen auch mit denen über den Zeitpunkt der Veröffentlichung.  Dass das MT inzwischen seit Jahren  eine Paywall hat und Nicht-Abonnenten für Nachrichten zahlen müssen, übersehen diese Verschwörungstheoretiker geflissentlich. Zur Bestätigung nennen sie auch Beispiele von Medienhäusern, wo das anders sei  – Beispiele, die nicht stimmen.

Wie kann man über dieses Verbrechen schreiben, ohne in den Köpfen der Leser Bilder von der Tat zu erzeugen? Ohne das Opfer in den Mittelpunkt zu stellen, ohne sein Leid publizistisch auszuschlachten? Die Redaktion entscheidet sich für die Einbettung in einige nüchterne Informationen aus der Polizeistatistik. Und ruft damit jene auf den Plan, die sich als Anwalt des Opfers gegen die Presse verstehen. Damit sei das Leid dieses einen Mädchens negiert worden, wird später ein Leser schreiben. Die Redaktion solle sich bei der Familie entschuldigen. Ein anderer ruft an: „Manipulation“ sei das. Ein dritter schreibt gar „linksgrün versiffte Lumpenpresse – was soll die relativierende Statistik in diesem Artikel, hä????“  Das ist schnell erklärt: Vergewaltigungen nach einem Überfall sind vergleichsweise selten. Diese Information ist zur Einordnung der Tat in diesem Kontext relevant. Sie relativiert nicht das Leid des Opfers. In den Abwägungen der Redaktion hat auch hier der Opferschutz eine übergeordnete Bedeutung.

Besonders in diesem  Fall reden wir viel miteinander, wägen ab. Auch, um unsere eigenen Vorurteile und Fehleinschätzungen zu sehen. Und uns nicht von Emotionen bei der Recherche leiten zu lassen. Denn wenn wir von einem Verbrechen wie diesem hören, reagieren wir wie jeder andere erst einmal emotional. Es bewegt uns, verunsichert uns, macht uns besorgt; ängstlich, durch die Stadt zu gehen, wütend, dass es  – von wem auch immer – nicht verhindert wurde. Wir suchen Muster, Schuldige, Versäumnisse. Wie jeder andere auch. Aber dann recherchieren wir Fakten. Als Profis und Journalisten.

Im Laufe der Recherchen wird die Redaktion enthüllen, dass der Täter schon den ganzen Tag über als Randalierer aufgefallen war, dass Polizisten mehrfach Kontakt mit ihm hatten, ihn beispielsweise aus der Stadtverwaltung wiesen. Dass er Nachbarinnen aufgefallen war, die mitbekamen, wie er Frauen in der Gasse belästigte. Wir recherchieren weiter. Denn für uns Journalistinnen ist der Auftrag, sachlich und entlang von Fakten zu arbeiten.

Und genau das tun wir.

Von Monika Jäger, Leiterin der Lokalredaktion

Berechtigter Ärger über Rechtschreibfehler in der Zeitung – und was diese dagegen tut

Leserzuschrift vom 10. Mai 2017 an die Chefredaktion. Repro: MT

Sehr geehrter Herr Lesername,

haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben. Für die kleine Verzögerung in der Beantwortung bitte ich um Nachsicht, ich war in den vergangenen Tagen häufiger dienstlich unterwegs.

Ihren Ärger über Rechtschreibfehler in der Zeitung kann ich nicht nur nachvollziehen, ich teile ihn sogar. Schließlich ist unser Anspruch, „täglich eine gute Zeitung“ machen zu wollen. Und dazu gehören zweifellos korrekte Orthografie und Grammatik.

Wir widmen diesem Thema – entgegen immer wieder geäußerten Vermutungen – durchaus große Aufmerksamkeit und haben gleich eine ganze Reihe von Maßnahmen zur entsprechenden Qualitätssicherung installiert. Das beginnt damit, dass jeder Text nach seiner Fertigstellung vom Autor mittels einer automatischen Rechtschreibprüfung unseres Redaktionssystems kontrolliert wird. Auch werden Texte in der Regel nach dem Vier-Augen-Prinzip auch noch einmal von einem menschlichen Kollegen gegengelesen.

Nach Produktion der Fertigseiten durch Zusammenbau der einzelnen Artikel gibt es eine Detailprüfung der Überschriften, Unterzeilen, Bildunterzeilen und Sondertextformen durch den Produktioner. Alle fertigen Seiten werden von externen Korrektoren nachts noch einmal auf Fehler durchgesehen, die sie auch korrigieren, wenn sie welche finden.  Schließlich gibt es auch in der abschließenden Medienproduktion noch einmal einen kritischen Blick, bevor die Seiten zum Belichten ins Druckhaus geschickt werden. Sie sehen, wir investieren durchaus Zeit. Und auch Geld.

Leider lässt es sich nicht vermeiden, dass beim Anlegen von Texten Fehler gemacht werden – und aus diversen Gründen kommt das am Computerbildschirm übrigens auch häufiger vor als beim Beschreiben von Papier. Alle Bemühungen, solche Fehler aufzuspüren und zu beseitigen, sind natürlich auch wieder mit der Möglichkeit von Fehlern behaftet. Zwar können wir viele „abfischen“, immer wieder aber rutschen welche durchs Netz. Die Verbindung unserer inzwischen komplett digitalisierten Produktionsweise mit dem hohen Zeitdruck, unter dem eine Zeitungsproduktion – die heute auch rund um die Uhr weitere Medienkanäle wie Homepage, Social Media, Newsapps oder DigitalSignage-Monitore mit Inhalten versorgen muss – zwangsläufig steht, tut ein Übriges.

All dies soll die Sie zu Recht so ärgernden Fehler nicht entschuldigen, ich möchte mit diesen Zeilen nur ein wenig zur Erklärung beitragen. Und noch einmal betonen, dass wir das uns Mögliche tun, die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten. Bei mehr als 14.000 Zeitungsseiten pro Jahr – von all den vielen Sonderprodukten, Magazinen, Extraausgaben sowie all unseren digitalen Kanälen einmal abgesehen – ist die Chance, dass etwas schiefgeht, natürlich auch deutlich höher als bei einem wesentlich geringeren Umfang, wie er früher üblich war. Trotzdem nehmen wir den Kampf gegen dieses Übel täglich aufs Neue auf. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich zumindest für dieses Bemühen Ihr Verständnis fände.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Pepper, Chefredakteur (17.5.2017)

Steine des Anstoßes. Repro: MT

 

„Das Lokale ist die erste Bastion gegen das Postfaktische“: Bundespräsident Steinmeier und die Lokalzeitung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Rede anlässlich der Jubiläumsveranstaltung 50 Jahre Verband deutscher Lokalzeitungen e.V. in der Akademie der Künste in Berlin.        Foto: Bundesregierung / Steffen Kugler

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) verdankt seinen ersten politischen Erfolg auch einer Lokalzeitung. Als Schüler in seinem Heimatort Brakelsiek in Ostwestfalen habe er sich für ein Jugendzentrum eingesetzt. Die „Lippische Landeszeitung“ habe das Projekt unterstützt und damit „über die Zielgerade getragen“, sagte Steinmeier zum 50. Jahrestag des Verbands Deutscher Lokalzeitungen am Mittwoch in Berlin.

Lokalzeitungen seien für die Demokratie unerlässlich. Zwischen Redaktionen und Lesern baue sich dabei ein Vertrauensverhältnis auf, das auch „der wichtigste Rohstoff zwischen Bürgern und ihrem Staat“ sei. „Was die Zeitung berichtet, lässt sich an Ort und Stelle auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüfen“, sagte Steinmeier. „Redakteure, die zu Übertreibungen neigen, müssen damit rechnen, beim Bäcker zur Rede gestellt zu werden.“ Dort zähle nicht die steile Überschrift, sondern der Wahrheitsgehalt. „Das Lokale ist die erste Bastion gegen das Postfaktische!“, sagte der Bundespräsident.

In der Lokalzeitung lasse sich die Geschichte von Generationen nachvollziehen – „von der Konfirmation der Kinder, den Erfolgen des Vaters in der Altherrenmannschaft des Fußballvereins oder dem Engagement der Mutter im Gemeinderat.“ Jeder Bürger stehe wenigstens einmal im Leben mit Bild in seiner Zeitung. „Auch ich habe das schließlich geschafft“, sagte Steinmeier.

Quelle: DPA

Vollständiges Redemanuskript auf der Seite bundespraesident.de