Archiv für März 2010

Uhren gestellt

Freitag, 26. März 2010

Im Grunde habe ich immer das Gefühl, dass die Zeiger meiner Uhren, wie von Geisterhand bewegt, sich viel zu schnell bewegen. Am kommenden Sonntag dann mal wieder sowieso… Jetzt kann man über den Sinn oder Unsinn der Zeitumstellung denken was man will, und die Antworten auf “energiesparende Sommerzeit oder doch lieber biochronologische Normalzeit?” sind genauso umstritten wie die Frage selbst.

Was generell gilt: Überall ticken die Uhren anders…

Darauf hat in dieser Woche Wolfgang Schäuble hingewiesen: In unserer globalisierten Welt, sagte er, und in einer Zeit, in der Verbindungen eher schwächer werden und es immer schwieriger wird, die Menschen zu erreichen, ist es um so wichtiger, dass die Bindung der Bürgerinnen und Bürger in und an ihre Gemeinde stark und lebendig bleibe.

Voraussetzung dafür sind vitale, gesunde und handlungsfähige Kommunen. Gegenwärtig aber, herrscht in deren Finanzsäckeln nicht nur bedrohliche Flaute, sondern akute Ebbe.

Was wiederum verantwortlich für tiefe Sorgenfalten ist – vor allem auch auf der Stirn des Bundesfinanzministers. Weil, eben weil, die Lebensfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Kommunen die Grundlage für Nachhaltigkeit und Stabilität unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung bilden.

Hier ist guter Rat gefragt: Eine eigens eingesetzte Regierungskommission soll uns bei der Antwort helfen. Bis zum Herbst wird diese uns ein Konzept zur langfristigen Konsolidierung der kommunalen Finanzen vorlegen.

Diesbezüglich sind die Uhren also schon gestellt.

Bei Interesse gelangen Sie hier zur Rede des Bundesfinanzministers zur Lage der kommunalen Finanzen im Deutschen Bundestag.

Von Herz und Schrittmachern

Mittwoch, 24. März 2010

Wenn ich an Herzschrittmacher denke, bin ich reichlich zwiegespalten: Auf der einen Seite ist es ein fremder Taktgeber in eignem Terrain. Auf der anderen – überlebenswichtig, wenn das eigene Herz, aus welchen Gründen auch immer, gerade an Kraft verliert. Mehr oder weniger widerwillig lässt man sich darauf ein, um die unregelmäßigen Flimmertöne wieder in einer sonor und für jeden, draußen wie drinnen, hörbar stark schlagenden Frequenz erklingen zu lassen.

Auslöser dieser Gedanken sind aber nicht eigene Befindlichkeiten, sondern es war ein Besuch im Hauptstadtforum der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dort wurde über das Herz der deutschen Wirtschaft referiert und debattiert: Gemeint war der Mittelstand – und bleibt man bei dem Bild Herz, so hat es in den aktuell fragilen und konjunkturell schwierigen Zeiten relativ stabil und regelmäßig weiterschlagen können. Dank der Unterstützung von “terrain-fremden” Impulsgebern.

Wir sind uns der Bedeutung “unseres Herzens” ganz klar bewusst und verstehen unsere Mittelstandspolitik als “helfende Schrittmacher”. Denn treffender als Konrad Adenauer, kann man es selbst nicht sagen: “Der Mittelstand ist eigentlich das Gesundeste in einem Staatskörper. Aus ihm gehen die Leute hervor, die den Staat um einer Idee willen stützen und tragen”.

Mehr zu dem Vortragsabend in der Konrad-Adenauer-Stiftung erfahren Sie einen Klick weiter.

Ein Herkules-Haushalt

Freitag, 19. März 2010

“Herkulesaufgabe” Egal wie und wo ich den deutschen Blätterwald derzeit durchforste, dieses eine Wort – es rauscht mir allgegenwärtig entgegen. Vielleicht wird es das Wort des Jahres. Substanziell gesehen, ist es das für mich bereits.

Denn, das Wortzitat unserer Kanzlerin trifft den Kern und Ernst der Lage: Unser christlich-liberaler Haushalt stand vor prekärer Aufgabenstellung: wie Krisenbewältigung und Konsolidierung gleichzeitig meistern? Das Resultat ist ein Kraftakt, der äußerst kritisch hinterfragt wurde und ganze vier Tage lang die Gemüter im Bundestag erhitzte. Nun, es wird sicherlich noch weiterer Anstrengungen bedürfen, ihn zu schultern und zu tragen. In dieser Hinsicht wäre die kräftige Statur plus das breite Kreuz eines Herkules’ hilfreich …

Bekanntlich wurde der ja vom Orakel von Delphi für zwölf Jahre Frondienst und vor zwölf zunächst unlösbar scheinende Aufgaben gestellt. Herkules schaffte es, alle ihm gestellten Aufgaben zu bewältigen – allein durch Mut, Kraft, Fleiß, Köpfchen und Ausdauer. Übermenschliche Fähigkeiten besaß Herkules noch nicht, seine Unsterblichkeit erlangte er erst später wie auch seinen Platz im Olymp.

In den Olymp jedenfalls, wird der Haushalt nicht gehoben. Allerdings lässt mich der Herkules-Mythos doch etwas hoffnungsvoller blicken. Woran ich aber lieber nicht denken möchte, ist, an ein gleichsam so orakelndes hellenisches Delphi…

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