Gerade lese ich die Berichterstattung von den politischen Aschermittwochstreffen der Parteien – starke Sprüche und Gesten allerorten. Es gefällt und es gefällt auch wiederum nicht. Wir im Mühlenkreis haben die Versuche den Aschemittwoch als politischen “Festtag” einzuführen wohl in allen Parteien wieder aufgegeben. Der soziale Aschermittwoch des Wittekindshofes ist die einzige Traditionsveranstaltung.
Mein Aschermittwoch war da etwas unspektakulärer. Gemeinsam mit den ostwestfälischen Kollegen der CDU haben wir uns zum Gedankenaustausch mit der Spitze der ostwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Bielfeld getroffen. Die Wirtschaft begrüßt, dass Bund und Land soviel in Infrastruktur investieren. Jahrelang waren wir diesbezüglich Stiefkinder – damit ist jetzt Schluss. Vor allem seit dem die Genehmigungsverfahren in Detmold vernünftig betrieben werden.

Politikergespräch bei der IHK in Bielefeld
Am Nachmittag habe ich ein mittelständisches Familien- und Pharmaunternehmen besichtigt: die Wollfgruppe. Sie ist mit den Marken Alepecin oder Linola in vielen Haushalten vertreten. Ich habe dort viel über europäische Genehmigungsverfahren gelernt – und wie sie die Innovationsfreude des Mittelstandes bremsen können. Der Sache will ich nachgehen. Dass die Firma auch Humor hat, zeigt das Gastgeschenk: ein Haarwuchsmittel. Naja – bei meiner Glatze wohl eher ein verlorenes Unterfangen.
Am Abend hatte ich dann aber auch meine kleine Aschermittwochskundgebung und zwar bei der Volksbank in Höxter. Launig begrüßt durch den Vorstand habe ich dafür geworben, dass wir durch die Finanzkrise nicht jede Aufgabe dem Staat übertragen. Denn ein totaler Vater Staat wird uns auf Dauer auch nicht besser durch die Aufgaben führen als ein vernünftiges Maß an Freiheit und Eigenverantwortung.
Also: mein Aschermittwoch war zwar nicht so ein Brimborium wie in Passau oder Straubing – aber vielleicht zu unserer Westfälischen Mentalität etwas passender und für die Menschen in der Region nützlicher.