Archiv für November 2009

Musik-Vermittlung im Cookies

Mittwoch, 18. November 2009

Die Wege, Menschen für klassische Musik zu begeistern, sind manchmal auf ersten Blick ungewöhlich. So habe ich in dieser Woche die Yellow Lounge besucht – eine Veranstaltung, die die Klassikfirma mit dem gelben Label an verschiedenen Orten in Berlin durchführt. Einmal im Monat wird an einem, für klassische Musik ungewöhlichen, Ort ein Konzert gegeben – mit anschließender Disco. Diesmal war es das Berliner Cookies – ein bekannter Club mit angeschlossenem vegetarischen Restaurant. Der Musiker: Daniel Hope. Ein begnadeter Geiger, der gerade mit einer CD über Barockkomponisten auf Tournee ist. Was ungewöhlich wirkt ist aber nichts anderes, als die Rückkehr zu den Anfängen des Konzertbetriebes in vergangenen Jahrhunderten. Klassik war Volksmusik. Sie wurde in Kneipen und anderen Orten sozialer Kontakte aufgeführt. Sie war Begleitung und Hintergrund – und sie sollte vor allem unterhalten. Damit war zumindest an diesem Abend Daniel Hope zurück zu den konzertanten Wurzeln der barocken Komponisten gekehrt. Voller Spielfreude begeisterten Händel, Bach und andere ein Publikum, dass sich wohl nicht regelmäßig in der Berliner Philharmonie wiedersieht. Eine innovative Art, diese Wurzel unserer Kultur auch im 21. Jahrhundert zu präsentieren. Ein lauter Klub kann den Konzertsaal mit seiner optimalen Akustik nicht ersetzen – aber er kann unter erschwerenden Hörbedingungen Besucher für Konzertsäle hinzugewinnen.

Ihr Steffen Kampeter

6. Vorlesetag in Rahden – Lieblingsbücher der Kinder vorgelesen

Freitag, 13. November 2009

Heute habe ich in der Kita am Krankenhaus in Rahden gemeinsam mit dem Bürgermeister Bernd Hachmann beim Vorlesetag teilgenommen. Dies war der sechste bundesweite Vorlesetag der Stiftung Lesen. Gemeinsam mit „Die Zeit“ wollten die Rahdener besondere Akzente setzen und dem Vorlesen einen kraftvollen Impuls geben. Dies ist auch gelungen: Etwa 50 Erwachsene, darunter die Rahdener Leselernpaten und Männer und Frauen des öffentlichen Lebens, haben an verschiedenen Orten rund 130 Schulkindern vorgelesen. Was Monika Büntemeyer, Koordinatorin Leseförderung Schule und Kindergarten, vor zwei Jahren allein angefangen hat, mündete heute in einer sehr gelungenen und ansprechenden Veranstaltung – die Vorbildcharakter haben sollte!

Vorlesen ist eine wunderbare Sache: Für alle, die vorgelesen bekommen, aber auch für diejenigen, die vorlesen. Aber nicht nur das: Das Vorlesen und Lesen ist entscheidende Grundlage für Sprachkompetenz und Bildungsfähigkeit. Ich finde, gerade heutzutage, mit dem Informationsüberangebot durch Fernsehen und Internet sollten wir die alten Kulturpraktiken wie Lesen und Vorlesen nicht vernachlässigen oder vergessen.

Meinen Kindern lese ich sehr gerne vor und sie hören mir auch gerne zu. Heute, beim Vorlesetag, habe ich die Lieblingsbücher der drei gelesen: Nele Moost & Michael Schober: Ohne Krümel geht nicht; Anton & Tilli: Freunde halten zusammen; Werner Holzwarth & Wolf Erlbruch: Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat; Sam McBrattney & Anita Jeram: Weißt Du eigentlich wie lieb ich dich hab; Tomi Ungerer: Die drei Räuber. Leider komme ich natürlich seltener zum Vorlesen als meine Frau Monika. Umso mehr genieße ich die Stunden, die ich mit meinen Kindern verbringen kann. Das abendliche Vorlesen gehört zu den schöneren Moment im Elterndasein.

Bundesweit einmaliges Projekt „Wohin“ im Mühlenkreis wird Bundesforschungsprojekt

Donnerstag, 12. November 2009

Es ist ein guter Erfolg, dass dieses wichtige Projekt für Menschen in Wohnungsnotlagen hier im ländlichen Kreis Minden-Lübbecke nun fortgesetzt werden kann. Das Projekt fand von Beginn an meine Unterstützung und Begleitung. Deswegen habe ich es auch bereits im Februar 2009 besucht und einen sehr guten Eindruck von der engagierten Arbeit in der Beratungsstelle gewonnen.

Ich freue mich besonders, dass nun der erfolgreiche Start der Fachstelle das Interesse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung geweckt und die Einrichtung den Zuschlag als Forschungsprojekt des Bundes erhalten hat: Schon der Betrieb der Stelle in gemeinsamer Trägerschaft durch das Hexenhaus und die Parisozial, unterstützt durch das im Frühjahr gegründete, im Kreis breit getragene „Netzwerk zur Vermeidung von Wohnungsnotlagen“ ist innovativ und passt in unseren Kreis.

Die Beratungsstelle „Wohin“ kümmert sich seit Jahresbeginn im Verbund mit dem Kreis, den beteiligten Kommunen, den sozialen Trägern und den wichtigsten regionalen Akteuren der Wohnungswirtschaft um Wohnungsnotfälle. Nach Ansicht des Berliner Ministeriums kann die Arbeit der Fachstelle als Einrichtung mit Modellwirkung für den ländlichen Raum als gutes Beispiel für andere Kreise und Kommunen mit ähnlich verzweigter Struktur dienen. In den folgenden fast zwei Jahren wird daher im Kreis Minden-Lübbecke die Beratungsarbeit und deren Weiterentwicklung modellhaft untersucht.

Letztendlich bedeutet dieses Vorhaben eine Bestätigung des Konzepts der Fachstelle und einen Innovationsschub für die Entwicklung der Arbeit. Denn gerade im ländlichen Raum ist es möglich und sinnvoll, Formen von Kooperation quer zu Zuständigkeiten zu entwickeln und zu pflegen. Von unserem Kreis können sicher andere ländliche Räume, aber auch die eine oder andere Stadt lernen. Wichtig ist für einen nachhaltigen Prozess, dass sich möglichst alle Kommunen sich an diesem Prozess beteiligen. Hierfür werbe ich in der kommenden Zeit.

Ihr Steffen Kampeter