Von Christoph Pepper, Chefredakteur Mindener Tageblatt
Minden/Berlin (mt). Der Mühlenkreis Minden-Lübbecke ist seit dem vergangenen Wahl-Sonntag nur noch mit einem Abgeordneten im Berliner Bundestag vertreten. Auf der Internetseite des Mindener Tageblatts wird „unser Mann in Berlin“ künftig in diesem Blog regelmäßig von seiner Arbeit berichten – was Leserinnen und Leser dort wiederum direkt kommentieren können.
CDU-Mann Steffen Kampeter (46), bereits seit 1990 Volksvertreter jeweils über die NRW-Landesliste seiner Partei, hat beim jüngsten Wahlgang bekanntlich SPD-Neuling Achim Post den seit 1949 ununterbrochen von den Sozialdemokraten gehaltenen Wahlkreis als direkt gewählter Abgeordneter abnehmen können. Im erstmals vom Mindener Tageblatt angebotenen „Kandidaten-Blog“ auf MT Online hatten beide regelmäßig in Text und Bild aus persönlicher Sicht über ihren Wahlkampf berichtet, größere und kleinere Erlebnisse geschildert, schon mal spontan auf Beiträge des anderen reagiert und auch politische Fragen angesprochen.
Zahlreiche Internetnutzer verfolgten dieses „Mühlenkreis-Duell“ regelmäßig, manche beteiligten sich mit unmittelbar abgegebenen Kommentaren selbst. Die bei diesem Experiment gewonnen Erfahrungen ermutigen die Redaktion, diesen neuen Kommunikationskanal weiter zu nutzen und auch für andere Zwecke zu öffnen. So sollen unter anderem die heimischen Landtagskandidaten die Gelegenheit bekommen, den Dialog mit den Bürgern im demnächst beginnenden Landtagswahlkampf auch in diesem Medium zu suchen.
Kampeter hat gestern der MT-Redaktion seine Bereitschaft erklärt, den „Kandidaten-Blog“ unter anderer Perspektive weiter zu führen. Möglicherweise ergeben sich für die Leserinnen und Leser dabei unverhoffte Gelegenheiten, die weitere politische Karriere des heimischen CDU-Kreisvorsitzenden aus der Nahsicht zu beobachten: Nachdem vorgestern das ZDF-“Heute-Journal“ über eine mögliche Berufung Kampeters als CDU-Generalsekretär spekulierte, beschäftigte sich gestern auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in einem ausführlichen Portrait der „politischen Kämpfernatur“ mit dieser Möglichkeit.
Der „Abgeordneten-Blog“ aus Berlin soll über die alltäglichen wie besondere Seiten des Abgeordneten-Daseins berichten und einen durchaus persönlich gefärbten Einblick in die politische Tätigkeit bieten, wie er im Rahmen der üblichen redaktionellen Berichterstattung nicht möglich ist. Gleichzeitig bietet der Blog die Möglichkeit zur direkten Kommentierung, auch Kontaktaufnahme oder Fragestellung sowie schließlich zur Diskussion der Leser untereinander. Ob und wie diese Möglichkeiten genutzt werden, ist Teil des neuerlichen Experiments, mit dem das Mindener Tageblatt die Möglichkeiten des Internets zu einer ergänzenden und erweiterten Information seiner Leserinnen und Leser erforschen will.
